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9,8 Mio. Euro für Neubau an der medizinischen Fakultät der Saar-Uni

Die Spar-Debatte über die Hochschulen ist in vollem Gange, für die Medizinische Fakultät der Saar-Uni gibt es dieser Tage immerhin gute Nachrichten: In Homburg soll bis 2018 für rund 9,8 Millionen Euro ein Neubau entstehen, mit Hörsälen (insgesamt 520 Plätze), Seminarräumen und Bibliothek. Einige Gebäude der Fakultät seien den modernen Anforderungen von Forschung und Lehre nicht mehr gewachsen, heißt es aus der Staatskanzlei, und könnten auch nicht mehr hergerichtet werden. Finanziert wird das Ganze aus Mitteln des Hochschulpaktes, also mit Geld des Bundes. „Das Hörsaalgebäude beseitigt einen räumlichen Engpass, unter dem die Medizinstudenten seit Jahren zu leiden haben“, erklärt Uni-Sprecherin Friederike Meyer zu Tittingdorf. Daher sei die Investition, die schon lange geplant gewesen sei, trotz Sparzwanges wichtig und sinnvoll.

Lange geplant war sie tatsächlich: Bereits 2009 hatte das Land für 310 000 Euro einen Architektenwettbewerb ausgelobt. Allerdings kam dem Land die im selben Jahr beschlossene Schuldenbremse dazwischen. Das Budget für das Hörsaalgebäude war zu großzügig angesetzt worden. Die Nutzer-Anforderungen an den Bau hätten sich auch geändert, sagt eine Sprecherin der Staatskanzlei. Damit waren alle Entwürfe hinfällig, der Bau wurde verschoben.

Im Februar lobte das Land nun erneut einen Wettbewerb aus, aus dem fünf Preisträger hervorgingen, darunter auch ein Saarlouiser Architektenbüro (siehe Info). An der Spitze landete das Dresdner Unternehmen Code Unique und erhielt 29 000 Euro für seinen Entwurf. 110 000 Euro waren insgesamt für den Wettbewerb ausgeschrieben. Code Unique hatte sich gegen 25 Mitbewerber aus Deutschland, Luxemburg und der Schweiz durchgesetzt – mit einem fast quadratischen, zweigeschossigen Bau mit großer Eingangshalle und klarer, ruhiger Fassadengliederung. „Sehr unaufgeregt, lässig und entspannt“, urteilte die Jury, unter Leitung des Schweizer Städtebau-Experten Carl Fingerhuth. „Unser Entwurf verbraucht wenig Fläche auf dem Campus und bietet optimale Bedingungen für die Studenten“, sagt Volker Giezek von Code Unique.

Ob der Dresdner Entwurf auch gebaut wird, ist aber offen; beim Vierten Pavillon etwa setzte sich am Ende der fünfte Wettbewerbs-Sieger durch. Zunächst wird in einem sogenannten VOF-Verfahren (Vergabeordnung für freiberufliche Leistungen) mit allen fünf Gewinnern verhandelt. Am Schluss werde der Entwurf gewählt, der sich baufachlich und -rechtlich umsetzen lasse und vor allem innerhalb des 9,8-Millionen-Euro-Budgets bleibe, erklärt die Staatskanzlei. Giezek ist optimistisch: „Wir haben Erfahrung mit Hochschulbauten. Ich denke, dass wir den Bau auch realisieren werden.“

Dass einige saarländische Bauvorhaben – Vierter Pavillon, Neubau für die Innere Medizin, Berliner Promenade – alles andere als reibungslos abliefen, schreckt ihn nicht: „Es gibt im Projektverlauf immer gewisse Unwägbarkeiten, aber das wäre Sterndeuterei.“ Auch Henning Freese, dessen Saarbrücker Architekturbüro die Vorprüfung der Entwürfe übernommen hatte, sieht kein weiteres Bauchaos auf das Saarland zukommen: „Anders als beim Vierten Pavillon gab es ein ordentlich durchgeführtes Wettbewerbsverfahren.“ Zudem lege das VOF-Verfahren „eine saubere Grundlage“.



AUF EINEN BLICK

Sieger des Architektenwettbewerbs: Code Unique Architekten BDA, Dresden (1. Preis), Harris + Kurrle Architekten BDA, Stuttgart (2. Preis), LOOC/M-Architekten GBR, Frankfurt (3. Preis), Hascher Jehle Generalplanungsgesellschaft mbH, Berlin (4. Preis), BHK Architekten GmbH, Saarlouis (5. Preis). Die Entwürfe werden bis 4. Juli werktags von 9 bis 16 Uhr im Landesamt für Zentrale Dienste (Hardenbergstraße 6) in Saarbrücken ausgestellt. noe
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