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ADAC-Rallye durch Merzigs Innenstadt findet nun doch statt

Im Rahmen der ADAC-Saarlandrallye wird es auch in diesem Jahr einen Wertungslauf durch die Innenstadt von Merzig geben. Der Rundkurs durch die Merziger City soll am Samstag, 11. September, über die Bühne gehen.

Von SZ-Redakteur Christian Beckinger

Merzig. Der Hauptausschuss des Stadtrates Merzig lehnte am Donnerstagabend mehrheitlich einen Antrag der Fraktion von Bündnis90/Die Grünen ab, die einen Verzicht auf einen solchen Innenstadt-Rundkurs in diesem und in zukünftigen Jahren gefordert hatte. Als Begründung führte Grünen-Fraktionschef Klaus Borger unter anderem die massiven Verkehrsbehinderungen und Beeinträchtigungen für Anwohner ins Feld, die es bei einem ähnlichen Wertungslauf im vergangenen Jahr gegeben hatte. „Ein Autorennen hat in einer Stadt nichts zu suchen“, erklärte Borger. Merzig habe sich in den vergangene Jahren ein positives naturnahes Image erworben, auf der anderen Seite sei die Stadt schon seit langem „geplagt durch den Verkehr“. Beides spreche gegen eine Motorsportveranstaltung in der Innenstadt.

Viel Unmut

Der vorgesehene Rallye-Stadtkurs werde für zusätzliche Luft- und Lärmbelastung sorgen und erhebliche verkehrstechnische Probleme mit sich bringen. Das habe der „Ausnahmezustand“ im vergangenen Jahr gezeigt, als zahlreiche Sperrungen und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit selbst für Fußgänger für erheblichen Unmut gesorgt hatten. Die Grünen forderten zudem: Sollte ein Verzicht auf den Innenstadtkurs in diesem Jahr nicht mehr möglich sein, so sollte mit dem ADAC über eine Änderung der Streckenführung verhandelt werden, bei der Beeinträchtigungen der Bevölkerung weitgehend ausgeschlossen werden.
Es gab Stimmen im Ausschuss, die Borgers Position unterstützten. So erklärte Nikolaus Lorenz (SPD), es sei für ihn untragbar, dass für einen Rallyelauf eine wichtige Durchgangsstraße von Merzig gesperrt werde. CDU-Fraktionschef Bernd Seiwert sagte, es gebe in seiner Fraktion „großes Unbehagen“ gegenüber dem geplanten Stadtkurs. „Im vergangenen Jahr gab es viel Unmut in der Bevölkerung.“ Wenn die Planungen des ADAC als Veranstalter der Saarland-Rallye so weit fortgeschritten seien, dass durch einen Verzicht auf den Merziger Stadtkurs die gesamte Rallye-Meisterschaft in Frage gestellt sei, mache es Es mache indes wenig Sinn, in diesem Jahr gegen die Veranstaltung das Veto einzulegen, wenn sie unmittelbar bevorstehe. „Das wäre kein guter Vertrauensbeweis.“ Für die Zukunft solle der Rat jedoch eine „vernünftige und durchdachte Diskussion“ im Fachausschuss führen. Die organisatorischen Zwänge hatte zuvor Oberbürgermeister Alfons Lauer in die Diskussion eingebracht: Er verwies darauf, dass die Vorbereitungen des ADAC so weit fortgeschritten seien, dass ein Nein der Stadt Merzig zum jetzigen Zeitpunkt den gesamten Ablauf der Rallye-Meisterschaft in Frage stellen würde. Dies bestätigte Thomas Krisam vom ADAC-Organisationsteam: „Wir sehen so wenige Wochen vor der Veranstaltung keine Spielräume mehr, an der Streckenführung für den Innenstadtkurs noch etwas zu verändern.“ Wegen der Verkehrs-Probleme im vergangenen Jahr sei man diesmal auf den Termin am Samstagnachmittag ausgewichen.

Die Befürworter der Innenstadt-Rallye führten vor allem den touristischen Wert der Veranstaltung ins Feld: Dieter Ernst (SPD) sagte, die Rallye gehöre zu den Dingen, die Merzig ein positives Image verschafft hätten und von denen die Stadt profitieren könne. Ähnlich äußerte sich Patrick Maurer (FDP): „Mir ist es wichtig, dass diese Rallye unter den veränderten Rahmenbedingungen stattfindet. Sie bringt Vorteile für Gastronomie und Handel.“ Auch Frank Hackenberger (Linke) sagte, er sehe die Bedeutung der Rallye für Merzig als zu hoch an, als dass die Stadt ganz darauf verzichten sollte. Bei der Abstimmung, ob die Stadt dem Innenstadt-Rundkurs in diesem Jahr zustimmt, gab es zwar nur zwei Gegenstimmen. Dennoch zeigte die Diskussion im Ausschuss, dass die Meinungen auch innerhalb der Ratsfraktionen über eine solche Motorsportveranstaltung mitten in Merzig geteilt sind. Darum soll direkt nach der Sommerpause im zuständigen Fachausschuss sowie im Stadtrat grundsätzlich über das Thema diskutiert werden.


Meinung

Events wichtiger als Bürger?


Von SZ-Redakteur Wolf Porz

Ganz locker könnte sich Merzig eine Rallye in der City leisten, wären die innerstädtischen Verkehrsprobleme gelöst. Die Motorsport-Großveranstaltung im vergangenen Jahr hat nur zu Chaos und Unmut gefü´hrt. Die harschen Proteste der Bürger, die auch ihren Niederschlag in Leserbriefen in der SZ gefunden haben, sollten eigentlich auch die Stadtverwaltung erreicht haben. Von daher ist die Zusage, erneut die Stadt dem Belagerungszustand durch den ADAC hinzugeben, überhaupt nicht nachvollziehbar. Natürlich kann man trefflich darüber streiten, ob eine Rallye heute überhaupt noch zeitgemäß ist und ob sie dann ausgerechnet in einer Innenstadt durchgeführt werden soll. Merkwürdig, dass Rallye und Rundkurs in der Neuauflage nicht schon früher öffentliches Thema geworden sind. In Merzig zählen offenbar Events mehr als die Bürger.


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