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ADFC kämpft für mehr Radwege

Saarbrücken. Wer sich im Saarland per Rad fortbewegt, hat es schon aufgrund der Landschaft nicht immer leicht. Doch nicht nur an den Steigungen muss man kräftig strampeln. Auch mit Blick auf das saarländische Radwegenetz liegt derzeit aus Sicht des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs, Landesverband Saarland (ADFC Saar), noch einiges im Argen. Im Saarland macht sich der ADFC mit derzeit über 1000 Mitgliedern für die Interessen der Alltags- und Freizeitradler stark.

„In Saarbrücken ist für Fahrradfahrer kein zügiges Vorwärtskommen möglich“, sagt Verbandschef Thomas Fläschner. Auch in anderen Städten, wie etwa in Saarlouis, gebe es kaum Radspuren, merkt die Beisitzerin Reni Reissner an. „Wir wollen, dass der Radverkehr einheitlich auf der Fahrbahn geführt wird“, so Fläschner weiter. Der ADFC Saar lehne die kombinierten Gehradwege seit Jahren wegen der erhöhten Unfallgefahr, etwa im Bereich von Einfahrten, ab. Die Stadt Saarbrücken plane, so Fläschner, die Dudweiler Straße mit Radspuren auf der Fahrbahn auszubauen.
 
Allerdings gebe es hier zu Lande eine Diskrepanz zwischen einem sehr verbesserungsbedürftigen Radwegnetz im Alltagsverkehr und einem gut ausgebauten, touristischen Radroutennetz, betont Fläschner.  Das Saarland habe ein rund 700 Kilometer langes, ausgeschildertes Radrouten-Netz. Doch auch die Wegequalität dieser Routen lasse mitunter zu wünschen übrig; so zum Beispiel manche Teilstrecken des Radroutennetzes im Kreis Saarlouis. Zahlen zu den städtischen Radwegen liegen dem ADFC Saar bislang nicht vor. Fläschner erklärt warum: „Ein saarlandweites Radweg-Kataster, das die Qualität und Quantität der Radwege und Radrouten im Land erfasst, fehlt noch“.

Damit sich künftig die Verkehrssituation für Radfahrer im Saarland verbessert, arbeitet der ADFC auf Landesebene, etwa im Wirtschaftsministerium und in der Tourismuszentrale in verschiedenen Gremien mit und spricht mit Verkehrsplanern in Kommunen. Immer mit dem Ziel bei den politischen Verantwortlichen ein Bewusstsein für radverkehrspolitische Themen zu schaffen, so Fläschner. So haben der ADFC Saar und die AOK Saarland bereits zum vierten Mal die Kampagne „Mit dem Rad zur Arbeit“ gestartet. Ziel ist es Pendler, Betriebe und Alltagsradler zu motivieren, binnen drei Monaten an 20 Tagen zum Arbeitsplatz zu radeln.
 
Der ADFC bietet im Saarland eine breite Servicepalette rund ums Rad. Die Geschäftsstelle des Verbands im Haus der Umwelt in Saarbrücken ist zugleich öffentliche Bibliothek.  Dort können Mitglieder Karten und Radwander-Führer ausleihen oder kaufen. Ein Mal pro Monat – von April bis Oktober – veranstaltet der ADFC auch eine Fahrrad-Börse. Dabei werden im Schnitt 100 bis 150 Räder verkauft, sagt Fläschner. „Wir treten nicht als Händler, sondern nur als Vermittler und Verkäufer der gebrauchten Fahrräder auf“, erklärt Vorstandsmitglied Nicole Gaa. Neben den Rad-Börsen werden auch die ehrenamtlich geleiteten Fahrradtouren und die Selbsthilfe-Werkstatt im Haus der Umwelt gut angenommen. „Wir bieten auch Kauf- und Reparaturberatung rund ums Rad an“, sagt Fläschner. Dazu sind alle ADFC-Mitglieder haftpflicht- und rechtsschutzversichert. Benjamin Rannenberg  
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