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Ab 2012 Ferien in der Hochwaldkaserne?

Hermeskeil. Genau 29,6 Quadratmeter. Das ist die Präzision der Bundeswehr. Jedes der über 300 Zimmer hat genau 29,6 Quadratmeter. Rechteckig geschnitten, zwei Fenster, ihre Rahmen in gelb-orange. Während die Planer mit der Farbe der Fensterrahmen hadern, erleichtert ihnen die Gleichförmigkeit der Räume die Arbeit sehr. Aus Gebäuden und Gelände der einstigen Hochwald-Kaserne bei Hermeskeil machen sie „Dorf Hochwald“, ein Feriendorf auf 38 Hektar mit rund 1000 Betten. Und wo sich einst auf 29,6 Quadratmetern die Soldaten auf ihren Pritschen legten, sollen ab Ostern 2012 Wanderer, Radtouristen und Reisegruppen nächtigen; wahlweise im Vier-Sterne-Hotel, Zwei-Sterne-Superior-Haus, Familienappartements oder im Hostel. Rund 300 Arbeitsplätze sollen im Umfeld des Feriendomizils entstehen.

„Touristen statt Soldaten“

Mit dem blumigen Slogan „Touristen statt Soldaten“ bewirbt deshalb bereits der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Hermeskeil, Michael Hülpes, das Projekt. Noch herrscht auf dem 38 Hektar großen Gelände allerdings Kasernenflair. Denn noch existiert das „Dorf Hochwald“ nur auf dem Papier. „Solange das Raumordnungsverfahren noch nicht abgeschlossen ist, dürfen wir nichts machen“, sagt Frank Schaal, Hochschulprofessor für Tourismusmanagement, Mitgesellschafter und Marketingchef der „Dorf Hochwald Immobilien KG“. Aus der militärischen Sonderfläche muss erst offiziell Freizeit- und Tourismusfläche werden. Dann dürfen die Bauarbeiter kommen. Um das angepeilte Eröffnungsziel Ostern 2012 einzuhalten, müssten im kommenden Frühjahr die Arbeiten beginnen, meint Schaal. Die Handwerker werden dann – dank der rechteckigen 29,6 Quadratmeter – leichtes Spiel haben. Alle Zimmer einer Wohneinheit sollen exakt den gleichen Aufbau haben. „Wir werden kaum irgendwo in die Statik reingehen“, sagt Schaal. Wände einreißen sei eine absolute Ausnahme. Ebenso selten: Neubauten. Einzig eine Multifunktionsarena für Konzerte oder Kongresse werde neu errichtet. Alles andere gibt es bereits: Die Wohnhäuser: stehen schon. Tagungsgebäude: der einstige Fahrschulbau. Restaurants: kommen ins Unteroffiziers- und ins Offiziersheim. Wellness-Bereich: im Sanitätsgebäude. Disco: in der Halle hinten rechts. Mini-Laden: im Pförtnerhaus. Kinderspielwelt: in der alten Sporthalle.

„Hätten wir neu bauen müssen, wäre das unbezahlbar gewesen"

Eine Investitionssumme von 27 Millionen Euro sind vor diesem Hintergrund für die Entstehung von „Dorf Hochwald“ vorgesehen. „Hätten wir neu bauen müssen, wäre das unbezahlbar gewesen“, meint Schaal. Bis zu 200 Millionen Euro hätte das Projekt seiner Einschätzung nach dann gekostet. „Das wäre überhaupt nicht machbar gewesen.“

Die Summe wäre damit an das herangekommen, was „Pierre & Vacances Center Parcs“ kürzlich in Lothringen investierte. 250 Millionen Euro verbaute der Konzern in seine europaweit größte Ferienanlage, die im Mai dieses Jahres Eröffnung feierte. Konkurrenz, die man im „Dorf Hochwald“ nicht als solche betrachten will: „Die werden uns nicht weh tun und wir werden denen nicht weh tun“, meint Schaal. Während die Franzosen nämlich auf Familienurlauber setzten, stünde im Hochwald der kurze Gruppen-Trip im Vordergrund.

Damit die Kalkulationen aufgehen, soll das Feriendorf eine jährliche durchschnittliche Auslastung von 40,5 Prozent haben. 2,6 Nächte, so die Berechnungen, werden die Gäste im Schnitt im Hochwald verbringen. 2,6 Nächte auf 29,6 Quadratmetern.


Auf einen Blick

Die Hochwaldkaserne, an der B 52 zwischen Hermeskeil und Trier gelegen, wurde in den 1960er Jahren gebaut, in den 90er Jahren saniert. Einst waren dort 1400 Bundeswehrsoldaten stationiert. 2006 zog der letzte ab. Seitdem galt das Gebiet als Konversionsgelände, sollte verkauft und anderen Zwecken zugeführt werden. Zu dem Areal zählt der 170 Hektar große ehemalige Truppenübungsplatz. Aus ihm soll ein Naturerlebnispark werden, auf dem die Feriendorf-Gäste beispielsweise Querfeldein-Golf spielen oder Geländewagen-Touren machen. bie

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