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Ab Frühjahr archäologische Grabungen an der Kirkeler Burg

Nachrichten aus der Region Homburg.

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Kirkel. Eigentlich, sagt die Archäologin Christel Bernard, sei jetzt gar nicht die Zeit, über den historischen Brunnen auf der Kirkeler Burg zu berichten, denn: „Der wird jetzt verpackt und für den Winter stillgelegt.“ Erst im Frühjahr ist geplant, den Brunnen publikumswirksam zu öffnen, zumal dann die professionellen Grabungen beginnen.

„Wir haben viele fleißige Helfer“, freut sich die Archäologin, „viel Handarbeit wird von den Mitgliedern des Förderkreises geleistet, die machen das richtig gut.“ Man könne oftmals nur mit dem Pinsel arbeiten, zumal in dem Material, das aus dem Brunnen gehoben wird, mit organischen Funden gerechnet wird. „Speisereste, Stoffe und ähnliches“, sagt Christel Bernard, „wenn diese Funde sofort konserviert werden, kann man das Alter der Funde feststellen und die Nutzungsperiode des Brunnens besser datieren.“

Aber all dies wird erst in einem halben Jahr passieren. Vorerst hat man den Brunnen genau lokalisiert und auch den oberen Teil bis zu einer Tiefe von 60 bis 70 Zentimetern freigelegt. Dieser Bereich wird jetzt mit Holzbohlen abgesichert, denn keiner weiß, wie locker das Material im Brunnen ist und wie tief es hinuntergeht. Der schlimmste Fall wäre, sagt die erfahrene Archäologin, „wenn jemand auf das lockere Material tritt und innerhalb des Brunnenschachts abstürzt wie in eine Gletscherspalte.“

Damit dies nicht geschieht, werden im Frühjahr vor der eigentlichen Grabung umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet. Das kostet natürlich Geld, das nicht alles von der öffentlichen Hand kommen kann.

Deshalb hat der Förderkreis beschlossen, erstmals Eintritt bei der Burgweynacht zu erheben. Natürlich nicht für Kinder oder mittelalterlich verkleidete Besucher, aber „irgendwie müssen wir ja ein bisschen Geld einnehmen“, sagt Peter Steffen, der Vorsitzende des Förderkreises.

Die Einnahmen aus dem Essenverkauf bei allen Burg-Events kommt ohnehin schon der Burg zugute. „Wir erwägen auch, im Frühjahr auf Sponsorensuche zu gehen“, sagt Christel Bernard, „ich denke, man könnte ja auch einzelne Grabungsschichten nach den Sponsoren benennen oder Brunnenpaten ernennen.“ Doch nicht nur der Inhalt des Brunnens, auch seine Beschaffenheit ist eine spannende Frage. „Wir wissen nicht, ob er 100 Meter tief ist oder ob ab 20 Metern schon Wasser führende Schichten kommen“, so Bernard, „außerdem sind wir ziemlich sicher, dass es einst auch ein Brunnenhaus gegeben haben muss.

Der eigentliche Brunnen selbst stammt wohl aus den frühen Tagen der Burg, wurde aber immer wieder umgebaut. Verzeichnet ist er erstmals auf einem Plan aus dem Jahr 1679. Aus dem 15. Jahrhundert sind bekanntlich noch viele der sogenannten Kellereirechnungen erhalten, anhand derer man die Ausgaben der Burgverwalter nachvollziehen kann.

Dort tauchen einmal 1000 Holzschindeln auf, die vermutlich für das Dach des Brunnenhauses bestellt worden sind. An den noch vorhandenen Mauerresten kann man bis heute die Stellen noch gut erkennen, an denen einst rund sieben Meter über dem Brunnen zwei dicke Balken entlang führten, an denen vermutlich Seile und Schöpfvorrichtungen angebracht waren. „Wie es genau funktioniert hat, wissen wir nicht“, erklärt Christel Bernard, „aber wir werden der Sache in ein paar Monaten näher kommen.“

AUF EINEN BLICK

Im Jahr 1990 wurden im Zuge von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen erste Grabungen an der Kirkeler Burg vorgenommen. Dass auf dem Gelände der Kirkeler Burg auch ein Brunnen existierte, weiß man aus Plänen aus dem Jahr 1679. Nachdem der Standort des Brunnens genau lokalisiert war, begannen 2011 erste Grabungen. Gefunden hat man einige Reste von Ofenkacheln aus dem 12. und 13. Jahrhundert. maa

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