A6 Metz/Saarbrücken Richtung Kaiserslautern AS Rohrbach Bauarbeiten, Ausfahrt gesperrt, Einfahrt gesperrt bis 16.10.2017 06:00 Uhr (18.09.2017, 06:59)

A6

Priorität: Dringend

18°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
18°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Abgelehnt: Bewerberin klagt gegen Saar-HTW





Saarlouis/Saarbrücken.
Das Verwaltungsgericht Saarlouis muss klären, wer die bislang unbesetzte Professorenstelle für „Baugeschichte, Architekturtheorie, Architektursoziologie und Entwerfen“ an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (HTW) erhält. Das Wissenschaftsministerium hatte die von der HTW dafür ausgewählte Bewerberin aus rechtlichen Gründen abgelehnt.

Die Frau zog dagegen vor Gericht. Unterdessen wurde ein zweites Auswahlverfahren zur Besetzung der W2-Professur durchgeführt. Der dort bestplatzierte Bewerber konnte bislang aber noch nicht ernannt werden. Vor dem Verwaltungsgericht wurde jetzt über die Klage der abgelehnten Bewerberin verhandelt. Sie fordert die Fortsetzung des ersten Bewerbungsverfahrens und ihre Berufung auf die ausgeschriebene Stelle.

Im Zuge der mündlichen Verhandlung wurde allerdings deutlich, dass die Chancen der promovierten Ingenieurin eher schlecht stehen. Das Ministerium stützt deren Ablehnung auf das Fachhochschulgesetz, wonach für einen Lehrstuhl zwingend eine dreijährige berufliche Praxis außerhalb des Hochschulbereiches vorzuweisen ist. Dies sei wegen der Verzahnung von Praxis und Theorie an der HTW unverzichtbar. Daran fehle es aber im konkreten Fall – die bisherigen Tätigkeiten der Bewerberin seien weitgehend mit Hochschulen verbunden gewesen. Die Betroffene hält dagegen, dass es sich bei ihrem Gebiet weitgehend um Theorie handele, die in der Praxis jenseits von Hochschulen kaum bearbeitet werde.

Zudem rügte ihr Rechtsanwalt, dass die HTW die Frau zuvor bereits als Vertretungsprofessorin beschäftigt habe. Das wäre nach der aktuellen Rechtsansicht auch nicht gegangen. Trotzdem habe man die Frau mit einer halben Stelle arbeiten lassen und niemand habe ihr gesagt, dass sie aus formalen Gründen noch etwas für ihre praktische Berufstätigkeit als freie Autorin bei einer Zeitung oder sonst wo tun müsse. Das sei im Ergebnis nicht fair.

Dem wollten die anderen Beteiligten offenbar nicht direkt widersprechen. Der Vertreter der HTW räumte ein, dass man damals bei der Besetzung der Vertretungsprofessur die Rechtslage nicht genau geprüft habe. Und das Ministerium wies darauf hin, dass man an die Vorschriften des Fachhochschulgesetzes gebunden sei. Dieser Ansicht werden wohl auch die Richter folgen. Sie werden ihr Urteil voraussichtlich Anfang März verkünden.

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein