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Abgelehnt: Saarbrücker Ludwigsplatz wird kein Weltkulturerbe

Das Verfahren ist schon zu Ende, bevor es richtig begonnen hat: Das Saarland hat den Saarbrücker Ludwigsplatz zwar hoffnungsvoll als Weltkulturerbe-Anwärter gemeldet. Doch das erste entscheidende Gremium hat bereits abgewinkt.

Saarbrücken. Wie begonnen, so zerronnen steht über dem Vorhaben, das man als lokalpatriotische Tat nur sympathisch finden kann. Doch war das Ganze nicht zu verwegen? Wie sollte es der Saarbrücker Ludwigsplatz neben die Würzburger Residenz oder die Wieskirche auf die Unesco-Weltkulturerbe-Liste schaffen, ist doch der Original-Stengel-Zustand längst verloren. Bäume, Staatskanzlei, Keplerstraße, die heutige "Steinsichtigkeit" der einst weiß-grau gestrichenen Ludwigskirche - das ist alles andere als Spätbarock pur. Ganz zu schweigen von dem, was über Jahrhunderte verloren ging, etwa Gymnasienhaus und Theater.

Nichtsdestotrotz ist der Platz ein Schmuckstück. Also nahm man 1984 einen ersten Anlauf auf die Unesco-Plakette, 1998 kam das Aus. Der Saar-Vorschlag wurde nicht auf die nationale Unesco-Kandidatenliste für die Jahre 2000 bis 2010 gesetzt. Das berichtet der Leiter des Landesdenkmalamtes, Josef Baulig. Nun ist nach seiner Darstellung das zweite Verfahren schon im Anlauf gescheitert, im Februar, auf einer Klausurtagung der Vereinigung aller Landeskonservatoren der Bundesrepublik. Es sei dies die maßgebliche Instanz, wenn es - alle zehn Jahre - darum gehe, die nationale Vorschlagsliste für die Welterbe-Stätten vorzubereiten. Die Kultusministerkonferenz muss sie dann beschließen. Doch bis dahin wird es der Ludwigsplatz nach Einschätzung Bauligs gar nicht erst schaffen. Im Protokoll der Tagung heißt es: Die Teilnehmer "schätzten die Bedeutung des Ensembles (...) als einzelne Leistung nicht als herausragend ein".

Denkmal der Denkmalpflege

Wobei sich die Ablehnung nicht auf die Qualität als spätbarockes Geschichts-Zeugnis bezieht, sondern - und dies ist das Überraschende - auf ein Denkmal, das das Thema "Wiederaufbauleistungen" vertreten könnte. Nach Bauligs Auffassung und Argumentation vor seinen Kollegen liegt der Wert des Ludwigsplatzes nämlich nicht in der lückenlosen Dokumentation barocker Architektur. Vielmehr in der Spiegelung seiner Baugeschichte und damit von Rekonstruktions-Bemühungen nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Oktober 1944 wurde das Ensemble bekanntlich schlimm verwüstet. Baulig: "Der Ludwigsplatz kann als Denkmal der Denkmalpflege gelten." Unter dieser Vorgabe habe er den Platz angemeldet, so Baulig. Denn als spätbarockes Kleinod habe man auf einer mit Meisterwerken dieser Epoche überbesetzten Liste keine Chance. Doch auch Baulig bekam eine Abfuhr. Ein finanzieller Trost bleibt: Das Land spart die sechsstellige Summe, die allein für externe Gutachten fällig wird.

Nun ist frühestens 2020 ein neuer Versuch drin. Man sollte ihn unter Umständen auch wagen, meint Baulig. Weil dann die Zeit wohl reif sei für die Würdigung von Nachkriegs-Rekonstruktions-Anstrengungen. "Die Kollegen haben aber klar gemacht, dass wir nur im Verbund mit anderen - etwa dem Prinzipalmarkt in Münster oder den Kölner Romanischen Kirchen - eine Chance haben." Das hört sich irgendwie zu kompliziert an, um wahr zu werden.

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