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Abgesagt: Keine Dorffeste in Altenkessel und Brebach

 Kurz sah es so aus, als ob doch noch alles klappt. „Keiner wollte verantwortlich dafür sein, dass das Fest nicht stattfindet“, sagt Roland Saar, aber letztendlich waren es doch nur „fünf bis sechs Vereine, die hundertprozentigt zugesagt haben“ fürs Altenkesseler Dorffest und „zwei bis drei, die noch am Überlegen waren“, erinnert sich der stellvertretende Vorsitzende des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Altenkessel (VVA). Ohne die verbindliche Zusagen von mindesten zehn Vereinen sei das Fest aber nicht zu machen.

Daher sei die Entscheidung des „Vereins Altenkesseler Dorffeste“, das Fest ausfallen zu lassen, die einzig richtige gewesen, sagt Saar. „Wir sind alle Ehrenamtler“, erklärt Saar. Und wenn nicht sicher ist, dass so ein Fest keine Miesen macht, könne man es niemandem zumuten, dafür geradezustehen. „Der Vorstand hätte ja für all das haften müssen“, sagt Saar.

Rund 1200 Euro müsse ein Verein für die Teilnahme am Altenkesseler Dorffest, also für die Standmiete, die Stände selbst und die Vorfinanzierung von Speisen und Getränken, ausgeben, sagt Roland Saar. Und offenbar waren sich zu wenig Vereine sicher, dass sie dieses Geld durch Getränke- und Essensverkauf wieder in die Kasse kriegen.

„Wir wollen tief Luft holen und das Fest neu überdenken.“ Man müsse sich Gedanken machen übers Bühnenprogramm, über Preise, über die Infrastruktur. Voraussichtlich im November werde der VVA alle Vereine anschreiben. Vorher wird aber auch in Altenkessel noch gefeiert. Der Kulturabend des VVA am 28. August findet auf jeden Fall statt, sagt Roland Saar.

Auch in Brebach wird in diesem Jahr auf eine große Fete verzichtet. Das Brebacher Fest wird diesen Sommer nicht stattfinden, weil es nicht möglich war, die Beteiligten terminlich unter einen Hut zu bringen. Das Fest sollte ursprünglich im September stattfinden. Dann befindet sich aber der Sportverein bereits wieder im Fußball-Spielbetrieb.

Ein Versuch, das Fest noch auf Juni oder Juli zu verschieben, scheiterte daran, dass die Muslime , die sich in der Vergangenheit immer sehr für das Fest engagiert haben, an den möglichen Terminen im Ramadan sind, also fasten. Deshalb hat Heinz Dieter Appel als Vorsitzender des Fördervereins Brebacher Fest zuletzt die Beteiligten per E-Mail informiert, dass das Brebacher Fest dieses Jahr ausfallen wird. Stattdessen will der Förderverein im August mit dem Hotel Fährhaus zusammenarbeiten, das dann in seinem Hof seinen „Brebacher Treff“ feiert.

 

Meinung:
 

Scheitern als Chance

Von  Martin Rolshausen

Wer sich den Saarbrücker Sommer-Veranstaltungskalender anschaut, wird sicher nicht darüber klagen, dass es in unserer Stadt zu wenig Feste gibt. Dennoch: Es lohnt sich, dass sich engagierte Bürger in den Stadtteilen für ihre Feste stark machen. Denn auch wenn das halbe Saarland beim Altstadtfest (17. bis 19. Juli), auf dem Nauwieser Fest (31. Juli bis 2. August) oder beim Saar-Spektakel (7. bis 9. August) in der Innenstadt feiert: Die vielen kleineren Feste sind wichtig für das Gemeinschafts-, das Zusammengehörigkeitsgefühl in den Stadtteilen. Sie können der Integration von Zugezogenen ebenso dienen wie den Vereinen, die dort für ihre Arbeit werben können.

Klar scheint aber auch zu sein: Das ein oder andere Fest muss mit frischen Ideen neu belebt werden. So gesehen ist das Scheitern der Festveranstalter in Altenkessel eine Chance. Sie können das tun, was manch anderem Festveranstalter noch bevorsteht: Ihr Fest neu erfinden.
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