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Abgeschleppt wegen Hochwasser - das wird teuer

Wer in Saarbrücken in einer Hochwasser-Umfahrt parkt, für den kann eine Überflutung der Saar teuer werden. Das hat kürzlich eine Leser-Reporterin feststellen müssen. Sie muss den Abschleppdienst zahlen.

Wer in Saarbrücken in einer Hochwasser-Umfahrt parkt, für den kann eine Überflutung der Saar teuer werden. Das hat kürzlich eine Leser-Reporterin feststellen müssen. Sie muss den Abschleppdienst zahlen.

Saarbrücken. Für Doris Zintel aus Saarwellingen hatte kürzlich die drohende Überflutung der Saar ein teures Nachspiel: Die Frau stellte gegen Mittag ihr Auto in der Saaruferstraße in Saarbrücken in Höhe des „Totohauses“ ab und begann um 12 Uhr zu arbeiten. Als sie nach Feierabend zurück kam, sei ihr Fahrzeug verschwunden gewesen. „Ich befragte einen Polizisten in der Nähe und erhielt die Antwort, dass mein Fahrzeug wegen drohender Überflutung abgeschleppt worden sei“, berichtet Zintel.

Denn dann wird auf der Saaruferstraße eine Hochwasser-Umfahrt eingerichtet. Der Polizist habe ihr ferner mitgeteilt, dass man die KFZ-Halter informiert habe. Doch die Durchsagen im Hörfunk seien erst am späten Nachmittag erfolgt und die Saarwellingerin  habe keine Möglichkeit, bei der Arbeit Radio zu hören. Deshalb steht für Zintel fest: „Ich finde den Gebührenbescheid, den ich jetzt erhielt, ungerechtfertigt, da diese Situation für mich nicht vorhersehbar war.“

Polizei-Hauptkommissar Martin Schuh erklärt dagegen, dass Zintel in einem Risikobereich geparkt habe. In der Saaruferstraße gebe es ganzjährig weiße Hinweisschilder, auf denen ein Auto am Abschlepphaken und der Zusatz „Hochwasser-Umfahrt“ zu sehen seien. „An diesem Tag ist der Wasserstand stark angestiegen“, so Schuh. Der ursprünglich ordnungsgemäß abgestellte PKW der SZ-Leserin habe durch die Lagentwicklung eine konkrete Gefahr für den Verkehr auf der Umfahrt verursacht.

Im Rahmen der konkreten Gefahrenabwehr habe die Polizei „recht- und zweckmäßig gehandelt“ und das Fahrzeug abschleppen lassen, erklärt der Hauptkommissar. Auf das Verschulden des Halters komme es dabei nicht an. Die Maßnahme sei in jeden Falle gebühren- und kostenpflichtig. Der Halter müsse dafür etwa zwischen 180 und 260 Euro bezahlen. Der konkrete Betrag hänge unter anderem davon ab, welcher Abschleppdienst beauftragt worden wäre.

Dass Fahrzeuge auf der Hochwasserumfahrt entfernt werden müssen, komme im Übrigen häufiger vor. Betroffene, die mit dem Gebührenbescheid nicht einverstanden sind, könnten bei der Landespolizei-Direktion Widerspruch einlegen und bei der Ablehnung vor das Verwaltungsgericht ziehen, so Schuh.

Wolfgang Kiefer vom saarländischen Verwaltungsgericht erklärt, dass es zwischen 1999 und 2002 solche Fälle häufiger gegeben habe. „Die Klagen wurden durchweg abgewiesen“, sagt der Richter und Pressesprecher. Dass sich das Gericht in den vergangenen Jahren weniger mit solchen Fälle beschäftigen musste, könnte damit zusammenhängen, dass seitdem in den Widerspruchs-Bescheiden auf die Rechtsprechung hingewiesen werde, so Kiefer.

Den Tipp für diesen Artikel bekamen wir von Leser-Reporterin Doris Zintel aus Saarwellingen. Haben auch Sie Spannendes zu erzählen? Dann schicken Sie uns alles per E-Mail an leser-reporter@sol.de oder übers Onlineformular unter www.saarbrucker-zeitung.de/leserreporter.

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