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Abi nach acht Jahren: Was hat es Saar-Schülern gebracht?

Saarbrücken. Alexander Kallenbach gehörte dem ersten Jahrgang an, der sein Abitur mit G8 ablegen sollte. Vorbereitet hat er sich einst auf dem Alt-Saarbrücker Gymnasium am Schloss. Die SZ hat ihn und seine Mitschüler in Mittel- und Oberstufe immer wieder in der Klasse besucht, begleitete diejenigen, die als erste schon nach acht Jahren auf dem Gymnasium das Abi in den Taschen haben sollten.

Abitur im Luzius-Internat im hessischen Eichzell

Für Alexander kam es aber anders. Er entschied vor drei Jahren gemeinsam mit seinen Eltern: „Ich gehe in ein Internat in Hessen und mache dort mein Abitur wie ursprünglich geplant als G9.“ Mit der Abschlussnote 2,5 hat Alexander Kallenbach im Sommer sein Abitur im Luzius-Internat im hessischen Eichzell, das liegt bei Friedberg, abgelegt. Er erinnert sich an die ersten Wochen: „Es war von Anfang an viel entspannter als im Saarland. Wir hatten in der Klasse 11 recht viel Freizeit.“ Mit den neuen Mitschülern habe er gleich mithalten können, erzielte von Beginn an gute Zensuren. Die Kontakte zu den alten Klassenkameraden haben gehalten, und im Sommer 2009 hat Alexander von Hessen aus die Daumen gedrückt.

Inzwischen ist er zurück in Saarbrücken, hat eine Hospitanz beim Staatstheater bekommen. Derzeit bereitet er mit vielen anderen eine Premiere in der Alten Feuerwache vor. Zum Studium will er nach „München, Hamburg, Berlin oder woanders hin.“ Dann denkt er auch an die Schulzeit am Gymnasium am Schloss zurück und sagt: „Wir hatten das Grusical ,Geisterstunde auf Schloss Eulenstein' einstudiert (wir berichteten im April 2004). Das hat Spaß gemacht, und das hilft mir auch weiter.“

G9er und G8er zusammen bei Klausuren

„Bei der Deutsch-Abi-Prüfung war es im Biosaal schon recht eng, aber immer noch geordnet“, erinnert sich Susan Zare zurück. Die Organisation dieser Prüfung muss eine echte Herausforderung gewesen sein, schließlich schrieben die letzten G9er und die ersten G8er gemeinsam ihre Klausuren. Nach ihrem Abitur hat Susan in der Big-FM-Redaktion zum Beispiel gelernt, wie Journalisten Nachrichten erarbeiten oder wie Reporter bekannte Leute interviewen. Sprechtraining hat sie auch genossen. Die Arbeit in der Redaktion sei zwar oft mühsam mit „teilweise 14 Stunden am Tag“, sagt sie, habe ihr aber riesigen Spaß gemacht. Und so bleibt sie erst einmal im Metier. „Ich bin noch jung und kann auch später noch studieren“, sagt die 19-Jährige drei Wochen vor ihrem Wechsel zu RTL, wo sie als Hospitantin tätig sein wird.

Mein Schnitt hätte besser sein können“

Über das Abi ärgert sie sich noch: „Mein Schnitt hätte besser sein können, wenn ich mich richtig reingehängt hätte.“ An das „Schloss Eulenstein“ denkt sie wie Alexander, mit dem sie noch immer in Kontakt steht, gern zurück: „So ein Auftritt vor Publikum ist gut für das Selbstbewusstsein“, sagt sie. Und: „Menschen, die musikalisch zusammen arbeiten, haben einen guten Zusammenhalt.“

Tobias Heßedenz ist noch mitten in der Arbeit für das Abitur in ein paar Jahren. Er kommt an normalen Tagen gegen 16 Uhr von der Schule nach Hause. „Oft haben wir sieben Stunden, danach freiwillige Hausaufgabenbetreuung“, berichtet der Quartaner des Völklinger Albert -Einstein-Gymnasiums. Für Familie, Freunde und Hobbys bleibt dem 13-Jährigen da fast nur am Wochenende Zeit. „Auf der Grundschule habe ich locker gute Noten geschafft, damit war es auf dem Gymnasium vorbei“, berichtet er. Dort sei der Leistungsdruck von Beginn an hoch gewesen.

Auf einen Blick

Das Saarland war das erste westdeutsche Bundesland, das 2001 das Abitur in acht Jahren (G8) einführte. 2003 entschied sich Hamburg für G8. In Bayern, Berlin, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Bremen gilt die zwölfjährige Schulzeit bis zum Abitur seit 2004. Baden-Württemberg und Niedersachsen testeten G8 zuvor an einigen Schulen. In Hessen und Nordrhein-Westfalen wurde 2005 G8 eingeführt. In Ostdeutschland ist G8 seit DDR-Zeiten die Regel. al

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