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Abschied von Merziger Ex-OB Alfons Lauer

Alfons Lauer

Alfons Lauer

Ein Foto neben dem Altar zeigt ihn lächelnd. In seinen Augen fast so etwas wie Schalk. „Der Tod von Alfons Lauer ; es ist wohl keiner hier, dem das nicht unter die Haut geht“, sagt Pfarrer Bernd Schneider. Rund 800 Menschen sind in die Merziger Pfarrkirche St. Peter gekommen, um Abschied von dem langjährigen Oberbürgermeister der Kreisstadt (1994 bis 2013) zu nehmen. Im Kircheneingang stehen Menschen dicht gedrängt bis auf die Straße hinaus.

Schneider sagt: „Sein Tod bleibt ein Rätsel.“ Lauer hatte sich am 21. Januar das Leben genommen. Er wurde 57 Jahre alt und hinterlässt zwei Töchter und einen Sohn. Am Dienstag war er im engsten Familienkreis in Merzig beigesetzt worden. Der Kirchenchor St. Peter singt „Von guten Mächten wunderbar geborgen“; die Trauergemeinde fällt mit ein.

„Das Leben ist nicht immer schön“, sagt Schneider. Lauer müsse die andere, die dunkle Seite des Lebens gekannt haben, „bis es eine Last war, die er nicht mehr tragen konnte“. Chorleiter Peter Maas stimmt das „Ave Maria“ von Bach/Gounod an.

„Warum?“ Das Fragewort steht einsam und unbeantwortet am Anfang der Rede von Bundesjustizminister und SPD-Landeschef Heiko Maas . Das Fragewort fasse zusammen, „was viele hier denken“, sagt Maas. „Die Art und Weise, wie es geschah, macht mich bis heute fassungslos“, sagt Maas. Für ihn war Lauer, der 14 Jahre lang stellvertretender SPD-Landesvorsitzender war, „ein feiner Mensch“ und „ein guter Freund“. Und Lauer habe Merzig zu einer Kulturstadt gemacht. „Dafür kann man ihm gar nicht genug danken“, sagt Maas. Auch der saarländischen Sozialdemokratie werde Lauer, der für viele ein „gesuchter Ratgeber“ gewesen sei, fehlen. Maas: „Nun müssen wir den Weg ohne ihn gehen. Das schmerzt.“

Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer ( CDU ) nennt Lauer „einen Mann, der mit beiden Beinen im Leben stand“, der „gut mit Menschen konnte“. Ein Mann, „der unser Land mitgestaltet und -geprägt hat“. Sein Tod habe ihr „vor Augen geführt, dass er uns nur hat sehen lassen, was er uns sehen lassen wollte“. Dahinter habe wohl ein „verletzlicher Mensch“ gestanden. Sie werde ihn als „starken Mann, aber auch in seiner Zerbrechlichkeit in Erinnerung behalten und im Herzen bewahren“.

Lauers „gestaltungsfreudige“ und „konstruktive Art“ würdigt Georg Fahrenschon , Präsident des Deutschen Sparkassenverbands. Lauer, der seit Januar 2014 Saar-Sparkassenpräsident war, sei bei Verbandstreffen „immer auch als Mensch aufgetreten, der seine Heimat liebte“ und für diese warb. Dass er dort – insbesondere in Merzig – „nachhaltig Akzente gesetzt“ habe, betont sein Amtsnachfolger im Rathaus, Marcus Hoffeld ( CDU ). Charakteristisch für Lauer seien Tatendrang, Ehrgeiz, diplomatisches Geschick und „seine geradlinige Art“ gewesen, sagt Hoffeld. „Ruhe in Frieden.“

Dann singt noch einmal der Kirchenchor, zum Abschied. „He looked beyond my fault.“  
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