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Abstieg droht: FCS-Trainer Luginger holt Stürmer Petry ins Training

Von SZ-Mitarbeiter Patric Cordier

Saarbrücken. Da rieben sich die Trainingskiebitze in dieser Woche verwundert die Augen. „Das ist doch der Petry“, sagte einer der Anhänger des Fußball-Drittligisten 1.FC Saarbrücken überrascht. Und tatsächlich mischte der mittlerweile 36-jährige Michael Petry bei den Übungseinheiten von Cheftrainer Jürgen Luginger munter mit. „Er ist jetzt mal dabei. Man hat ja schon oft gesehen, wie schnell es im Fußball gehen kann“, sagte Luginger schmunzelnd: „Michael ist vielleicht nicht mehr ganz so fit, aber er weiß immer noch, wo das Tor steht. Den kann man ohne Bedenken für eine halbe Stunde reinwerfen.“

In der U23 des FCS ist Petry spielender Co-Trainer. Er bestritt in dieser Saison 15 Einsätze, wobei er acht Mal ein- und vier Mal ausgewechselt wurde. In 808 Spielminuten gelangen dem früheren Regionalliga-Spieler immerhin acht Treffer. „Michael ist ein absolut positiver Mensch, der immer für gute Stimmung sorgt“, sagte Kapitän Marc Lerandy, der mit Petry die Regionalliga-Meisterschaft beim FCS feiern konnte: „Und dass er kicken kann, das wissen wir alle. So einen dazu zu bekommen, ist für jede Mannschaft ein Gewinn.“

Aber auch ein klares Zeichen an die Stürmer im Kader: Mehr Druck auf Marcel Ziemer, mehr Konkurrenz für die Nachwuchsspieler Felix Dausend und Marcel Sökler sowie eine torgefährliche Alternative zu Kiyan Soltanpour. Der Winter-Neuzugang musste am Dienstag wegen einer Erkältung pausieren, gestern war er aber wieder dabei. „Der Trainer war mit meiner Leistung nicht zufrieden. Und auch ich hatte mir das alles anders gewünscht“, sagte der Ex-Dortmunder, der erst vier Kurzeinsätze (insgesamt 57 Minuten) verzeichnen konnte: „Aber Jammern hilft nichts. Ich muss mich im Training anbieten und mir Selbstvertrauen holen.“

Zurück zu Petry. Schon unter Trainer Dieter Ferner galt der Stürmer aufgrund seiner Erfahrung und Ausstrahlung für die „innere Hygiene“ der Mannschaft als unverzichtbar. Einer, dem andere zuhören, aber dem man auch etwas anvertrauen kann. Einer, der Druck auffängt und für Spaß sorgt, ohne dabei den Ernst der Lage aus dem Auge zu verlieren. Doch Petry ist vor einigen Wochen zum zweiten Mal Vater geworden, geht einem „ordentlichen“ Beruf in der Sportartikelbranche nach. „Ich werde meinen Job auch nicht kündigen“, sagte Petry lachend: „Jürgen wollte schauen, ob es im Sturm noch eine Alternative gibt. Ich habe Urlaub, und darum trainiere ich mit.“

Dabei stellt der mittlerweile abgelehnte Antrag auf Sportinvalidität kein Hindernis für einen Einsatz dar. „Das ist mit der Berufsgenossenschaft geklärt. Ich dürfte spielen, nur keinen Vertrag mehr unterschreiben“, erklärte Petry: „Fakt ist, dass ich spielen könnte und würde, wenn es nötig wäre. Aber ich glaube fest daran, dass die Jungs das ohne mich hinkriegen.“ Ob das auch Trainer Luginger glaubt, wird man vielleicht schon am Samstag im wichtigen Spiel bei Rot-Weiß Erfurt sehen.


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