A6 Metz/Saarbrücken - Kaiserslautern Zwischen AS Saarbrücken-Fechingen und AS Sankt Ingbert-West in beiden Richtungen Vollsperrung .Die Polizei bittet den Bereich weiträumig zu umfahren. (17.10.2017, 15:30)

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Abstriche bei der Campus-Maut

Saarbrücken. Studieren soll im Saarland billiger werden – zumindest für jene, die ihre akademische Ausbildung per Darlehen finanzieren müssen. Ab dem Wintersemester 2009/2010 werde das Land die Zinszahlungen für Studiengebührenkredite während des Studiums und für zwei Jahre danach übernehmen, kündigten Ministerpräsident Peter Müller und Wissenschaftsminister Joachim Rippel gestern an. Diese Regelung gelte auch für laufende Gebührenkredite, so Müller. Eingeschlossen seien also auch Studenten, die bereits ein Darlehen aufgenommen haben. Nach der Zweijahresfrist müsse der Kredit wie bisher in Raten zurückgezahlt werden sobald der Hochschul-Absolvent ein festes Einkommen hat.

Durch die Zinsbefreiung ergebe sich für einen Durchschnittsstudenten eine Entlastung von bis zu 1700 Euro, so Rippel. Für ein zehn Semester dauerndes Studium fallen 4600 Euro Gebühren an, inklusive Zinsen wuchs der Rückzahlungsbetrag in der Zweijahresfrist bisher auf rund 6300 Euro. Hintergrund des Vorstoßes der Landesregierung, für das nun das Hochschulgebührengesetz geändert werden soll, ist die heute extreme schlechte Akzeptanz der Studiengebührenkredite im Saarland. Nur 570 von rund 15000 berechtigten Studenten machen derzeit von diesem Angebot Gebrauch, so Peter Müller. Als ein Grund gilt die Angst vor der Zinsbelastung. Der Zinssatz beträgt derzeit bei der KfW-Bankengruppe gut 6,9 Prozent.

Fürs Land ergeben sich aus der geplanten Gesetzesänderung Mehrkosten, die von 300000 Euro in diesem Jahr auf rund 2,5 Millionen Euro im Jahr 2014 steigen, so Müller. Bei diesen Zahlen unterstellt die Landesregierung eine steil steigende Akzeptanz der Gebührenkredite auf 50 Prozent der berechtigten Studenten. Grundsätzlich werde an den Studiengebühren im Saarland nicht gerüttelt, so der Ministerpräsident. Sie hätten sich als wesentlich für die Verbesserung der Lehre erwiesen. In einer ersten Reaktion begrüßten Uni-Präsident Volker Linneweber und der Rektor der Hochschule für Technik und Wirtschaft, Wolfgang Cornetz, die Ankündigung der Landesregierung übereinstimmend als „gute Lösung“.

Während die CDU-Landtagsfraktion in einer Stellungnahme Studiengebühren auch als Frage der Gerechtigkeit gegenüber Handwerksberufen sieht, will die SPD-Fraktion sie abschaffen und kritisierte die Ankündigung der Landesregierung ebenso wie die Grünen als Wahlkampfmanöver. Die FDP will das Gebührensystem komplett reformieren und die Entscheidung darüber künftig den Hochschulen übertragen. 
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