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Achtung, Wild! Auf unseren Landstraßen lauert der Tod

Saarbrücken/Kleinblittersdorf. Wie aus dem Nichts gekommen, steht es da. 100 Meter vor dem Sitterswalder Ortsschild erfassen Scheinwerfer das Reh. Bremsen kreischen. Dann ein widerliches, dumpfes Geräusch, wenn Metall auf Fleisch prallt. Stille. Das Reh stirbt. Der Fahrer kommt mit dem Schrecken davon. Der Schaden am Wagen geht in die Tausende. Ein Wildunfall mehr im Regionalverband. Ein Grund mehr für die Polizei, Alarm zu schlagen. Die Zahl dieser lebensgefährlichen Zusammenstöße bleibt im Regionalverband seit 2007 auf einem hohen Niveau (siehe Grafik). Was hilft? Aufpassen. Gerade wo Straßen Wälder durchschneiden, aber nicht nur dort. Vor kurzem hat bei Riegelsberg ein Renault ein Wildschwein erfasst. Und auf der für Wildunfälle berüchtigten Landesstraße 108 zwischen St. Ingbert und Ensheim prallte ein Mercedes auf einen Hirsch. Was macht die L 108, also die Flughafenstraße, die zwischen Fechingen und St. Ingbert verläuft, so gefährlich? Ralf Blechschmidt, Revierleiter vom Saarbrücker Amt für Grünanlagen, gibt die Antwort: "Die L 108 ist eine beträchtliche Gefahrenstelle im Regionalverband, weil es dort Unfälle sowohl mit Rehen als auch mit Wildschweinen geben kann."

Hier muss man besonders vorsichtig fahren

Klaus Kosok, Sprecher des Landesbetriebs für Straßenbau, zu weiteren Unfallpisten: "Grundsätzlich müssen Fahrer in allen waldnahen Streckenabschnitten mit Wildwechsel rechnen und dort besonders vorsichtig sein. Im Regionalverband trifft das unter anderem auf die Bereiche der A 623 zwischen Rodenhof und Dudweiler, der A 8 zwischen Heusweiler und Elversberg, der L 270 und 272 nördlich von Burbach und Altenkessel sowie der L 259 von Riegelsberg nach Rußhütte zu." Auf diesen Straßenabschnitten sollten Autofahrer die Warnschilder ernst nehmen, immer langsam fahren und den Straßenrand beobachten. Steht dann doch ein Tier auf der Straße: nur hupen, nicht aufblenden. Ist eine Kollision unausweichlich, heißt es: Lenkrad gut festhalten, voll bremsen, und auf keinen Fall panisch ausweichen. Dann bestehe das Risiko, gegen einen Baum zu prallen, im Straßengraben zu landen oder den Gegenverkehr zu gefährden, warnt Kosok. Und bremsen dürfe der Fahrer nur, wenn er dadurch nicht riskiert, dass der Hintermann auffährt. Nach einer Kollision sollte der Fahrer die Unfallstelle mit einem Warndreieck sichern und die Polizei holen, rät Blechschmidt. Die nehme den Unfallhergang auf und benachrichtige den Jagdpächter. Der wiederum beseitige den Kadaver.

Teilkasko kommt für Unfällen mit Haarwild auf, Kleintiere könnten teuer werden

Auch bei der Schadensregulierung mit der Versicherung helfe die Polizei: Sie erstelle ein Protokoll mit Unfallort und -zeit, das der Fahrer bei seinem Versicherer einreicht. Für Schäden nach Unfällen mit "Haarwild", das sind Säugetiere, die dem Jagdrecht unterliegen, komme in der Regel die Teilkasko auf. Allerdings sollten die Fahrer auf Ausnahmen achten. Katrin Rüter vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) warnt, es könne teuer werden, kleinen Tieren, etwa Hasen, auszuweichen. Wer das tue, riskiere bei einigen Versicherungen, dass sie nicht bezahlen.
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