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Adler Werbegeschenke setzt auf Saarbrücken



Saarbrücken/Aachen. Die Firma Adler Vertrieb und Werbegeschenke hat ihren Standort in Aachen Knall auf Fall geschlossen und Ende vergangener Woche den rund 80 Mitarbeitern gekündigt. Das bestätigte Adler-Personalchef Stefan Grötecke. Der Adler-Hauptstandort in Saarbrücken mit rund 500 Mitarbeitern sei davon nicht betroffen. Im Gegenteil: Er werde noch weiter ausgebaut. Adler vertreibt über ein Call Center Werbeartikel wie zum Beispiel Kugelschreiber, Kalender, Handy-Schutzhüllen, Taschen, Schlüsselanhänger oder USB-Sticks. Vor drei Jahren wurde außerdem die Adler-Schwesterfirma HCE in Saarbrücken angesiedelt. Dort werden die Werbegeschenke „personalisiert“, beispielsweise Namen mit einem Laser in Kugelschreiber eingraviert.

Die Adler-Gruppe gehört zum USKonzern Myron und hat seit 1997 seinen Sitz an der Saar. Das Call Center in Aachen sei „aus rein betriebswirtschaftlichen Gründen“ geschlossen worden, sagt Grötecke. Man wollte von dort die Märkte in den Niederlanden und in Belgien bearbeiten. Diese Erwartungen hätten sich nicht erfüllt. Außerdem seien die Mietkosten in der Kaiserstadt relativ hoch, „während in Saarbrücken in der Zwischenzeit Raumkapazitäten vorhanden sind“. Es habe Ende September in Aachen eine Betriebsversammlung stattgefunden, auf der die Mitarbeiter ihre Kündigung mit Wirkung zum 31. Oktober bekommen hätten.

In einem Bericht der „Aachener Zeitung“ heißt es, dass „man von den aus Saarbrücken angereisten Vorgesetzten reihenweise zwecks Kündigung einbestellt worden“ sei. Der Standort Aachen wurde erst vor zwei Jahren eröffnet, „sodass wir noch keine Beschäftigungen mit längeren Kündigungsfristen haben“, so Grötecke. Allerdings seien mehrheitlich Änderungskündigungen ausgesprochen worden. Vielen zuvor in Aachen beschäftigten Frauen und Männern sei ein Ersatzarbeitsplatz in Saarbrücken angeboten worden. Einen Sozialplan werde es nicht geben, weil kein rechtmäßig gewählter Betriebsrat existiere und es daher keinen Verhandlungspartner auf der Arbeitnehmerseite gebe.

In Aachen sieht man das offenbar anders. Am 19 September hätten die Mitarbeiter einen Betriebsrat gewählt, heißt es in der „Aachener Zeitung“. Man habe die Nase voll davon gehabt, dass immer mehr Adler- Beschäftigte „einfach so“ entlassen worden seien. Dieser sei von der Geschäftsführung allerdings nicht akzeptiert worden. „Wir haben den Betriebsrat nicht anerkannt, weil bei der Wahl ein falsches Verfahren angewendet wurde“, erläutert Personalchef Grötecke. In Saarbrücken gibt es ebenfalls keine Arbeitnehmer-Vertretung. In einem Internet- Eintrag im Anhang an den Artikel der „Aachener Zeitung“ heißt es: „Sobald man versuchte, einen zu gründen, bekam man plötzlich die Kündigung.“
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