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Ärger über Cirrus-Abwerbung

Die Cirrus-Flugschule zieht Ende des Jahres vom Flughafen Zweibrücken nach Ensheim um. Oberbürgermeister Helmut Reichling nennt dies "eine mittlere Katastrophe". Die rheinland-pfälzische Landesregierung lehnt einen Subventionswettlauf mit dem Saarland ab. Der Flughafen ist zuversichtlich, die Halle schnell wieder vermieten zu können.

Zweibrücken. "Ein guter Standort" sei Zweibrücken für Cirrus Flight Training, hatte Geschäftsführer Michael Schultheis noch am 1. April im Pfälzischen Merkur gesagt. Doch gestern hat Cirrus angekündigt, die Flugschule Ende des Jahres an den Flughafen Saarbrücken-Ensheim zu verlegen. Cirrus Flight Training ist mit elf Festangestellten und 45 Fluglehrern einer der größten Arbeitgeber am Flughafen Zweibrücken.

Der rheinland-pfälzische Verkehrs-Staatssekretär und Zweibrücker Flughafen-Aufsichtsratsvorsitzende Alexander Schweitzer (SPD, Foto: pm) sagte gestern Abend auf Merkur-Anfrage, Cirrus konzentriere generell Aktivitäten in Saarbrücken. Hinzu komme: "Das Saarland hat ganz offensichtlich tief in die Tasche gegriffen. Diese jüngsten Ereignisse haben unmittelbar etwas mit der saarländischen Landtagswahl zu tun."

Rheinland-Pfalz und der Flughafen Zweibrücken seien aber "nicht bereit, in einen solchen Kostenwettbewerb einzutreten, wo nur zählt, wer mehr auf den Tisch legt", betont Schweitzer. Dass Cirrus unter solchen Bedingungen dem Lockruf aus Saarbrücken erliege, sei "nur konsequent", hat der Staatssekretär für die unternehmerische Entscheidung volles Verständnis.

Für den Zweibrücker Oberbürgermeister Helmut Reichling ist der Abzug der Cirrus-Flugschule, die 2002 von Saarlouis-Düren nach Zweibrücken umgezogen war, "eine mittlere Katastrophe". Denn Cirrus, einer der größten Piloten-Ausbilder Deutschlands, habe "sehr gut zu Zweibrücken gepasst, wir waren sehr stolz darauf". Reichling bedauert: "Leider hat die Stadt keinen Einfluss auf die Wirtschaftsförderung am Flugplatz, das hat sich Werner Boßlet vorbehalten, das habe ich sogar schriftlich von ihm. Es gab deshalb gar keinen Kontakt zwischen Cirrus und der Stadt." Flughafen-Geschäftsführer Boßlet war gestern Nachmittag für eine Stellungnahme nicht mehr erreichbar. Flughafen-Pressesprecher Franz-Rudolf Ubach bedauert den Cirrus-Weggang zwar auch - blickt aber bereits nach vorn: "Wir haben keine Sorge, eine Folgenutzung für die Halle zu finden. Dafür gab es in der Vergangenheit immer schon mal Anfragen - aber das war für uns natürlich nie ein Thema, solange die Flugschule darin war. Nun sind wir offen." Der Vertrag mit Cirrus läuft laut Ubach zwar über das Jahresende hinaus - er sei aber zuversichtlich, für die vorzeitige Beendigung eine einvernehmliche Lösung zu finden: "Selbst ein Ehevertrag ist auflösbar - ich denke, dass man eine vernünftige Regelung findet."
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