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Ärger ums Jugendzentrum

Nachrichten aus der Region Homburg.

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Erbach. Gut fünf Jahre ist es her, da wurde es schon einmal ziemlich laut um das Autonome Jugendzentrum in Homburg. Damals war es noch am Güterbahnhof angesiedelt, die Stadt hielt das Gebäude für baufällig, es sollte geschlossen werden. Es gab Demonstrationen, Diskussionen und am Schluss einen unfreiwilligen Umzug in die Lappentascherstraße 100 auf das Gelände der ehemaligen Landesaufnahmestelle für Flüchtlinge. Nun scheint sich auch hier das Ende für die Einrichtung abzuzeichnen.

In der nächsten Sitzung des Kultur-, Jugend-, Sportund Sozialausschusses am Donnerstag, 29. November, soll beschlossen werden, den Mietvertrag mit dem Verein, der das AJZ trägt, zu beenden. Das AJZ sei bereits im Spätsommer vorübergehend geschlossen worden, da es hier erneut eine Drogenproblematik gegeben habe, sagte der zuständige städtische Beigeordnete Rüdiger Schneidewind zu den Hintergründen.

Es sei schnell klar gewesen: „Das können wir so nicht lassen“, unterstrich er. Auch die Polizei sei informiert. „Für mich ist es besonders erschreckend, dass der Vorstand nicht selbst auf mich oder die Polizei zugegangen ist“, betonte Schneidewind. Die Geschichte sei ihm über Dritte zugetragen worden. Dazu komme, dass es Probleme mit der Sauberkeit gebe. „Über Wochen ist das dort sehr, sehr verschmutzt – und das immer wieder.“ All das habe zum Vorschlag geführt, den Vertrag zu lösen. Die Räume sollten aber weiter für Jugendgruppen in Homburg vorgehalten werden, „von den Pfadfindern bis zur Fußballjugend“. Diese könnten sie punktuell für Veranstaltungen nutzen. Ganz zuschlagen will Schneidewind die Tür in Sachen AJZ aber noch nicht. Wenn der Verein es schaffe, ohne eigene Räume das Vereinsleben am Laufen zu halten über die nächsten ein bis zwei Jahre, „dann kann man noch mal reden“. Das sei aber zugegebenermaßen schwierig.

Alexander Willer, Patricia Berni und Nora Leis vom Vorstand des Vereins Jugendzentrum Homburg bezeichneten die von Schneidewind vorgetragene Begründung als „teilweise absurd“. Ihnen sei auf einer Beiratssitzung am 14. November mitgeteilt worden, dass darüber entschieden werden solle, die Räume zu kündigen. Der Verein betreibe dort eine vielfältige Jugendarbeit. „Wir haben allein dieses Jahr bis zur vorläufigen Schließung im August fünf Konzerte, drei DJPartys und drei Fußballturniere organisiert und während der Woche gehörte ein Spieleabend zu unseren regelmäßigen Angeboten“, zählten sie auf. Auch seien Proberäume für fünf Bands angeboten worden. Viele Jugendliche nutzten vor allem an den Wochenenden die Veranstaltungen des AJZ.

Mit der Tatsache, dass Jugendliche generell auch illegale Drogen konsumieren „wurden wir immer wieder konfrontiert und in der Vergangenheit wurden häufig Hausverbote beim Bekanntwerden von Drogenmissbrauch im Juz ausgesprochen“, sagte der Verein zu den Vorwürfen. So sei dies auch beim Vorfall auf einer DJ-Party im August gewesen, die jetzt als Begründung für die Schließung diene. Wenn die Stadt die gleichen Maßstäbe an andere Veranstaltungen anlegen würde, „dürften kein Konzert und keine Disco mehr stattfinden.

Denn überall wo Jugendliche feiern, werden leider auch illegale Drogen konsumiert“, unterstrichen sie. Anstatt den Verein dabei zu unterstützen, mit dieser generellen Problematik bei Jugendveranstaltungen umzugehen, „wird nun umgekehrt das Juz für das problematische Verhalten einiger Partybesucher verantwortlich gemacht“.

Darüber hinaus seien sie schon seit mehreren Monaten – unabhängig von dem Vorfall – mit Gerüchten um die Schließung des Juz konfrontiert worden. Der Mieter des Nachbargebäudes sei mehrmals in den AJZ-Räumen gewesen, habe bereits Wände vermessen. Die aktuellen Vorwürfe erschienen ihnen daher nur als ein Vorwand „um eine unliebsame Jugendarbeit kaltzustellen“.

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