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Ärger wegen Lärmbelästigung am JUZ Klarenthal

Klarenthal. Wenn man polarisieren wollte, könnte man die Angelegenheit einfach so beschreiben: Lärmende Jugendliche rauben Bürgern in Klarenthal den Schlaf. Doch diese Überspitzung kratzt nur an der Oberfläche des Konfliktes und wird nicht allen Beteiligten gerecht. Wenn man es dreht und wendet, ist die beste Lösung des Problems wohl ein neuer Standort für das traditionsreiche Jugendzentrum „Untergrund“ in Klarenthal. Das Juz befindet sich im Keller des Rathauses, mitten im Ort. Der Eingang liegt in der schmalen Straße Am Rathaus. Seit einigen Monaten fühlen sich viele Bewohner dort und in den Straßen rundum von Lärm belästigt, den Jugendliche vor dem Zentrum machen, vor allem am Samstag.

„Das geht manchmal bis zwei Uhr nachts oder länger. Am nächsten Tag liegen dann leere Flaschen, Scherben und Zigarettenstummel herum. So kann das nicht weitergehen“, sagt Bernd Stiebel, der in der Nachbarschaft des Juz' wohnt. Nach Gesprächen mit den Jugendlichen, die den „Untergrund“ im Rahmen eines Vereins selbst verwalten, habe sich nichts geändert. Jetzt hat Stiebel einen Beschwerdebrief mitsamt einer Unterschriftenliste der Anwohner an das Jugendamt geschickt. „Das Problem ist uns bekannt, wir suchen ständig nach Lösungen“, erklärt Michael Kammer, Jugendpfleger beim Regionalverband Saarbrücken. Er versteht die Beschwerden der Anwohner, nimmt den Juz-Verein aber auch in Schutz. „Oft sind es gar nicht die Leute vom Zentrum, die den Lärm verursachen, sondern Jugendliche, die nur gelegentlich dort hinkommen.“

Auch Theo Koch vom Jugendbüro Juz United, das als Dachorganisation die Jugendlichen in Klarenthal unterstützt, will eine pauschale Verurteilung vermeiden: „Das ist eine sehr engagierte Gruppe. Sie tun, was sie können.“ Kevin Probst, Vorsitzender des Juz-Vereins, erklärt: „Seit einigen Monaten haben wir viel mehr Zulauf als früher. Aufgrund des Rauchverbotes im Juz stehen viele vor der Tür. Wir bemühen uns um Ordnung, aber es ist schwierig, 30 bis 35 Leute ruhig zu halten.“ Der Verein biete jetzt bewusst viele Aktionen an, die die Jugendlichen weg vom Juz bringen, zum Beispiel Fußball, Bowling oder Tagesausflüge. „Außerdem denken wir darüber nach, samstags wieder um 22 Uhr statt um 24 Uhr zu schließen.“ Ein neuer Standort für das Juz würde das Problem dauerhaft lösen. Bislang konnte aber in Zusammenarbeit mit der Stadt, die die Räume zur Verfügung stellt, noch keine Alternative gefunden werden.

Eine weitere Möglichkeit wären bauliche Maßnahmen am Juz. Koch könnte sich eine Container-Lösung für die Raucher vorstellen. Die Jugendlichen plädieren dafür, den Eingang zum Juz in die Hauptstraße zu verlegen. „Letztendlich wird entscheidend sein, wieviel Geld die öffentliche Hand bereit ist auszugeben“, sagt Koch. Die Stadt betrachtet laut Pressesprecher Thomas Blug „einen Alternativstandort als beste Lösung“, einem Umbau stehe man aus „ökonomischen Gründen“ kritisch gegenüber. Die Jugendlichen würden ihr Juz im Keller des Rathauses nur ungern aufgeben.
 
Im vergangenen Jahr feierten sie den 30. Geburtstag des „Untergrund“. „Es hängen sehr viele Erinnerungen an den Räumen“, sagt Probst. „Aber wenn es keine andere Möglichkeit gibt, würden wir umziehen. Schließlich wollen wir auch mal bedenkenlos feiern dürfen.“ Morgen wird das Lärmproblem in Klarenthal Thema im städtischen Ausschuss für Kinder, Jugend und Schule sein.
Stefanie Marsch
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