A8 Saarlouis Richtung Neunkirchen AS Friedrichsthal-Bildstock gefährliche Situation in der Ausfahrt, Unfall, Gefahr durch Personen auf der Fahrbahn (07:07)

A8

Priorität: Sehr dringend

2°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
2°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

„Ärzte ohne Grenzen“ auf Saarbrücker Landwehrplatz

Eine Ahnung vom Leben in einem Flüchtlingslager sollen Besucher des Landwehrplatzes bekommen.

Eine Ahnung vom Leben in einem Flüchtlingslager sollen Besucher des Landwehrplatzes bekommen.

Saarbrücken. Der Keks ist wichtig, ja geradezu wundervoll. „Wenn wir mit diesen Keksen anreisen, können wir alle ernähren – die Kinder und die alten und schwachen Menschen“, sagt Heidi Lehnen. Wenn die Krankenschwester und Sozialpädagogin mit Keksen anreist, ist es ernst. Sie arbeitet für die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“. Was das bedeutet erklären Heidi Lehnen und andere Mitarbeiter der Organisation noch bis zum 20. Juni auf dem Landwehrplatz.

Flüchtlingslager mit Cholerastation, Schlafzelten, Latrinen aufgebaut

Dort hat „Ärzte ohne Grenzen“ ein Flüchtlingslager aufgebaut – mit einer Cholerastation, Schlafzelten, Latrinen, einer Nahrungsmittel- und Trinkwasserstation, mit einem improvisierten Notfall-„Krankenhaus“ und Beratungszelten. Anders als die echten Flüchtlingslager in den Krisengebieten hat das in Saarbrücken einen Schirmherrn: den Schauspieler Gedeon Burkhard, unter anderem bekannt geworden durch seine Rolle in der Fernsehserie „Kommissar Rex“.

Er wolle gar nicht so tun, als habe er wirklich eine Ahnung von dem, was in den Flüchtlingslagern passiert, sagte Gedeon Burkhard am Freitag bei der Eröffnung des Lagers. Ärzte „verdienen von Haus aus Bewunderung“, erklärte er. Ärzte, Krankenschwestern und technische Helfer der „Ärzte ohne Grenzen“ , die „ihr Leben, Karrieren, Beziehungen aufs Spiel setzen, um an Orte zu fahren, an denen wir eilig unserer Urlaube stornieren“, seien „Helden“.



Einer wie Dr. Tankred Stöbe zum Beispiel, der Präsident von „Ärzte ohne Grenzen“. Während seines Studiums war er in Afrika und Indien. Als er dann in einem deutschen Krankenhaus arbeitete, habe er sich gefragt: „War es das schon?“ Die „Sinnfrage“ hat er schließlich mit seinem Engagement bei „Ärzte ohne Grenzen“ beantwortet. Er hat seine Arbeit im Krankenhaus auf 80 Prozent reduziert und nutzt freie Tage, Wochenenden und Urlaube, um Flüchtlingen zu helfen. Vor wenigen Tagen war Tankred Stöbe noch im Sudan. Dort sind zwischen dem Süden und dem Norden erneut Kämpfe ausgebrochen. Etwa 20.000 Menschen sind geflohen. Die „Ärzte ohne Grenzen“ versorgen sie entlang der schlammigen Straßen mit mobilen Teams.

Zelte und Plumpsklos

Mit Medizin, mit Leidenschaft – und auch mit Keksen. Keksen, die „nicht gerade das Beste“ sind, aber wohl ausreichend in der Not, wie Nina Gross findet. Die Zwölfjährige ist Schülerin der Saarbrücker Marienschule und war gestern mit ihrer Klasse im Flüchtlingslager auf dem Landwehrplatz. Wie Krankenschwester Heidi Lehnen das alles erklärt, findet sie „sehr lehrreich“. „Richtig toll gemacht“, wie ihr Klassenkamerad Jonathan Maronde ergänzt. Und doch bekomme man nur eine Ahnung von der grausamen Wirklichkeit. „Es ist kaum vorstellbar, wie das in echt ist mit diesen Zelten und Plumpsklos“, sagt Marienschülerin Angelina Huyras. Die Kekse sind echt. Und die dürfen die Jungs und Mädchen von der Marienschule kosten – wie jeder, der sich das Camp anschaut.

:: aerzte-ohne-grenzen.de

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein