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Ärzte warnen: Saarländer zu wenig geimpft

Saarbrücken. Die Impfbereitschaft der Saarländer geht offenbar zurück. Wie der Präsident der Saar-Ärztekammer, Dr. Josef Mischo auf Anfrage bestätigte, seien viele Saarländer wohl „impfmüde“. Ob Saarländer allerdings weniger zum Impfen gingen als die übrigen Bundesbürger, könne er nicht sagen. „Wir stellen im Kreiskrankenhaus in St. Ingbert fest, dass Patienten in die chirurgische Ambulanz kommen und viele ihren Impfstatus nicht kennen und nicht ausreichend gegen Tetanus geimpft sind“, sagte Mischo, der auch Chefarzt der chirurgischen Klinik am St. Ingberter Kreiskrankenhaus ist. Auch beim Grippeschutz gebe es hier zu Lande eine eher geringe Impfbereitschaft, so Mischo.

Diese Auffassung vertritt auch die Kassenärztliche Vereinigung Saarland (KVS). „Wir haben den Eindruck, dass sich viele noch zu wenig, um die Auffrischungs-Impfungen kümmern“, sagte Dr. Joachim Meiser, Vize-Chef der KVS. Nach den Grundimpfungen sollte sich jeder alle zehn Jahre erneut gegen Tetanus (Wundstarrkrampf), Diphterie und Keuchhusten immunisieren lassen. Meiser weist darauf hin, dass die KVS am 14. Mai, eine Informationsaktion zum Impfen startet. Zum Beginn der Gartensaison bietet die KVS in Zusammenarbeit mit zwei Globus Baufachmärkten in Völklingen und St. Wendel und vier Hela Profi-Zentren in Saarlouis, Homburg, Merzig und Heusweiler am zweiten, dritten und vierten Samstag im Mai, jeweils von zehn bis 15 Uhr, kostenlose Impfberatungen an. An Infoständen überprüfen niedergelassene Ärzte den aktuellen Impfschutz anhand mitgebrachter Impfbücher.

Auch die Landesregierung will in der Bevölkerung für einen besseren Impfschutz werben. Wie das Gesundheitsministerium auf SZ-Anfrage mitteilte, sei eine Impfkampagne in Vorbereitung. Mit ihr wolle man in allen Altersgruppen der Bevölkerung das Bewusstsein schaffen, sich ausreichend impfen zu lassen, hieß es. Zwar steige seit Jahren die Impfquoten bei den fünfeinhalb bis siebenjährigen Schulanfängern, wie das Ministerium anhand von Zahlen zu den Schuleingangsuntersuchungen belegte. „Dennoch besteht beim Impfschutz der Bevölkerung in Deutschland wie auch im Saarland noch deutlicher Handlungsbedarf“, räumte das Ministerium ein. Zahlen zur Impfquote von Personen, die älter als sieben Jahre sind, lägen aber nicht vor. Die saarländische Ärztekammer und die KVS begrüßten die geplante Kampagne des Ministeriums als sinnvolle Vorbeugemaßnahme für den Impfschutz.

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