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Ärzteverband: Auch im Saarland sind "mobile Mediziner" denkbar

Berlin/Saarbrücken. Mit ungewöhnlichen Rezepten will die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) den wachsenden Ärztemangel in ländlichen Regionen stoppen. Verbands-Chef Andreas Köhler stellte gestern eine Art Filialsystem vor, bei dem „reisende“ Mediziner verschiedener Fachrichtungen regelmäßig Sprechstunden in Arztstationen abhalten, die von Kommunen eingerichtet werden sollen. In einigen Dörfern und Kleinstädten werde es nicht gelingen, dauerhaft Haus- und Fachärzte anzusiedeln, sagte Köhler. Nicht zuletzt deshalb, weil Ballungsräume für Mediziner privat und wirtschaftlich attraktiver seien. Auf dem Land gebe es häufig zu wenig Versicherte, um eine Arztpraxis auszulasten. Deshalb seien „Filialstrukturen“ sinnvoll, bei denen über die Woche verteilt etwa ein Hausarzt, ein Augenarzt, ein Gynäkologe und ein Hals-Nasen-Ohren-Spezialist ihre Sprechstunde abhielten.

In den nächsten zehn Jahren scheiden nach Angaben der KBV voraussichtlich rund 58 000 Vertragsärzte aus dem Beruf aus. Zwar gebe es genügend Spezialisten, an Hausärzten und Medizinern für die fachärztliche Grundversorgung mangele es jedoch. Köhler forderte deshalb auch mehr finanzielle Anreize für einen Einsatz in der Fläche.

Der Chef der saarländischen Kassenärzte, Gunter Hauptmann, sieht das Filialsystem als „Lösungsansatz, der funktionieren könnte“. Zwar seien die Versorgungsprobleme im Saarland noch vergleichsweise gering. „Aber wir schlittern da zwangsläufig rein und müssen daher jetzt etwas tun“, sagte er zur Saarbrücker Zeitung. Bis 2019 gingen hier zu Lande rund 40 Prozent der niedergelassenen Ärzte in den Ruhestand. Selbst wenn jede zweite Stelle besetzt werden könne, entstünden große Lücken: „Es wird Gegenden geben, wo kein Arzt mehr ist. Deshalb müssen wir beides tun: den Arzt zum Patienten bringen und den Patienten zum Arzt.“ Hauptmann hält es für denkbar, dass bald „Arztbusse“ oder Sammeltaxen übers Land fahren, damit die Patienten ihre Termine wahrnehmen können. red

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