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Afrika hautnah: Afrikanische Filmtage in Saarbrücken

Von einer tragischen Liebe handelt der Film »Restless City«

Von einer tragischen Liebe handelt der Film »Restless City«

Saarbrücken. Geboren ist Thierno Ibrahima Dia im Senegal, studiert hat er in Dakar und in Bordeaux. Seitdem pendelt der 41-jährige promovierte Filmforscher, -dozent und -kritiker in Sachen afrikanisches Kino zwischen beiden Kontinenten hin und her. Dia ist damit der ideale Mann, um bei den 12. Afrikanischen Filmtagen, die vom 16. bis 20. November im Saarbrücker Kino Achteinhalb stattfinden, den Eröffnungsfilm vorzustellen. „Aujourd’hui/Tey“, ein Spielfilm des Franko-Senegalesen Alain Gomis, erzählt von dem jungen Satché, der aus den USA in sein Heimatland Senegal zurückkehrt und auf mystische Weise spürt, dass er am Ende des Tages sterben wird. Wie im Traum wandelt er durch die Straßen Dakars. Zuerst noch umgeben von Verwandten und Freunden, die freundlich von ihm Abschied nehmen, trifft er später auf Jugendaufstände, Polizeigewalt, habgierige und boshafte Mitmenschen. Es ist die raue Wirklichkeit seiner Heimat, die er in der Ferne verklärt hatte.

Einblicke in „individuelle Träume und alltägliche Realitäten des Schwarzen Kontinents“ jenseits von Klischees zu bieten, das ist seit jeher das Anliegen der Afrikanischen Filmtage, die in diesem Jahr fünf Spiel- und Dokumentarfilme zeigen und von ihren Regisseuren oder Hauptdarstellern kommentieren lassen. Da geht es etwa um Korruption und das Treiben von Entwicklungshilfe- Organisationen in Benin („Un pas en avant“), um den mysteriösen Anschlag auf eine Blauhelmtruppe in Mosambik („El Último Voo del Flamenco“) und den Kampf von homosexuellen Aktivisten in Uganda gegen Hass und Hetze („Call me Kuchu“).

Von der geradezu opernhaft tragischen Liebesgeschichte eines senegalesischen Migranten und einer Prostituierten handelt „Restless City“ und spielt in New York. Die US-Produktion des Nigerianers Andrew Dosunmo erlebte ihre Weltpremiere auf dem Sundance Filmfestival, die französisch-senegalesische Koproduktion „Aujourd’hui“ war zuerst im Berlinale-Programm zu sehen, erst danach auf einem Festival in (Nord-) Afrika.

Ein Hinweis dafür, dass sich bei den Afrikanischen Filmtagen etwas verändert hat. In den Anfängen orientierte man sich bei der Filmauswahl am Programm des Festivals Fespaco in Burkina Faso. Mittlerweile schaue man sich bei der Suche nach Filmen auch verstärkt in der „Diaspora“ um, sagt Soenke Zehle vom Kunst- und Technologie- Institut xm:lab der Hochschule der Bildenden Künste Saar. Sein Institut gehört zu den fünf (Mit-)Veranstaltern der Filmtage. Auch bei den in Afrika selbst produzierten Filmen stellt er eine Veränderung, eine Weiterentwicklung fest. „Man kann oft nicht mehr sagen, ob sie speziell für ein afrikanisches Publikum gemacht sind oder sich nicht genau so an ein weltweites richten wollen“, stellt Zehle fest. Was die afrikanischen Filmemacher derzeit besonders beschäftige, sei die Frage: „Wie können wir unsere Filme über Festivals hinaus einem breiten Publikum zugänglich machen?“ Schon gebe es erste Internet-Portale, über die man afrikanische Filme weltweit abrufen könne. Zusammen mit afrikanischen Technologiezentren entwickelt das xm:lab Software, um Filme über mobile Endgeräte zu verbreiten. Bei diesem euro-afrikanischen Forschungs- Projekt „Mokolo“, benannt nach einem Kameruner Markt, macht auch Thierno I. Dia mit. Mit seinem Portal africine. org verbreitet er längst auch Filmkritiken via Internet weltweit. sbu

AUF EINEN BLICK

Afrikanische Filmtage, 16. bis 20. November im Kino Achteinhalb, Filmbeginn jeweils 20 Uhr. Eröffnungsabend: Beginn 19 Uhr, mit Thierno I. Dia und Jürgen Lennartz, Chef der Staatskanzlei. Mitveranstalter: Romanistik und Frankreichzentrum der Saar-Uni, HBK Saar, Kino achteinhalb und Haus Afrika. Infos: www.afrikanischefilmtage. de

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