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Aids-Test im LKW: Saar-Institut schickt mobiles Labor nach Südafrika

Der Truck enthält ein mobiles Labor zur Blutuntersuchung von HIV- und Tuberkulose-Infizierten.

Der Truck enthält ein mobiles Labor zur Blutuntersuchung von HIV- und Tuberkulose-Infizierten.

In wenigen Wochen schon verlässt das Labor Sulzbach

In wenigen Wochen schon verlässt das Labor Sulzbach. Per Schiff wird es nach Südafrika gebracht, wo es zum ersten Mal eingesetzt wird. „HIV und Tuberkulose sind dort weit verbreitet“, erklärt der Virologe. Eine große Zahl von Menschen sei sogar an beidem erkrankt. Wenn der Lkw unterwegs Halt macht, können in einem speziellen Vorzelt bis zu acht Patienten gleichzeitig getestet werden, 30 bis 50 Patienten insgesamt an einem Tag. Die Behandlung geht über den einfachen HIV-Schnelltest hinaus. „Man kann auch analysieren, wie es um das Immunsystem des Patienten steht“, erklärt von Briesen.

Nach der Analyse können die Blutproben im Labor eingefroren und später für Forschungszwecke oder weitere Untersuchungen wieder aufgetaut werden. „Das ist eine Art Dornröschenschlaf, in dem sich die Zellen befinden“, erklärt der Virologe. So könnten etwa neue Untergruppen des HI-Virus entdeckt werden. An jedem Probengefäß ist ein elektronischer Chip angebracht, der alle Daten des Patienten enthält. Das soll eine Verwechslung verhindern.

Selbst wenn der Lkw auf einem Feld Halt macht, können alle Geräte in dem Labor benutzt werden. „Es gibt einen Dieselstromgenerator mit einer Leistung von 65 Kilowatt an Bord“, erklärt Uwe Schön, der sich bei dem Bau des Labors um die technische Umsetzung gekümmert hat. Das entspricht ungefähr der Leistung von zehn Elektroherden. Zudem sind 1000 Liter Diesel für die Stromversorgung im Tank, die laut Schön bis zu zwei Wochen reichen. Kraftstoff für die Zugmaschine wird extra getankt. Für die Wasserversorgung gibt es eine eigene Wasseraufbereitungsanlage. Ihr Tank fasst 240 Liter. Alle Geräte in dem Labor sind so angebracht, dass nichts kaputt gehen oder verrutschen kann, selbst wenn das Fahrzeug über holprige Feldwege fährt.

Bevor das Personal das Labor betreten darf, müssen sie durch eine Sicherheitsschleuse. Dort ziehen sie sich einen weißen Overall und Handschuhe über, setzen sich eine Schutzbrille auf und schlüpfen in spezielles Schuhwerk. „Wenn sie mit Tuberkulose-Proben arbeiten wollen, müssen sie auch einen Mundschutz tragen“, erklärt der Virologe von Briesen.

Er wird nach Südafrika fliegen, um das Labor an das dortige Gesundheitsministerium zu übergeben. Betrieben wird es von Ärzten und Krankenschwestern vor Ort. Zunächst soll es zwölf Monate lang in Südafrika eingesetzt werden. „Vielleicht bauen wir dann ein zweites mobiles Labor nach“, sagt von Briesen. Auf einen Blick

Das Labor ist vier Meter hoch, 2,55 Meter breit und 13,80 Meter lang. Drei Jahre haben die Entwicklung und der Bau gedauert. Etwa zwei Millionen Euro hat die Fraunhofer-Gesellschaft dafür investiert. son

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