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Alevitischer Unterricht: Zwei Grundschulen beginnen nach den Sommerferien

In Völklingen und Saarbrücken startet nach den Sommerferien ein alevitischer Religionsunterricht. Zwei Lehrerinnen sollen über 30 Kinder unterrichten, teilte die Alevitische Gemeinde im Saarland jetzt mit.
   
Saarbrücken. Im Saarland wird es nach den Sommerferien den ersten Religionsunterricht einer Gruppierung des Islams geben: Die Aleviten werden an zwei Grundschulen in Saarbrücken und Völklingen einen entsprechenden Unterricht anbieten. Das saarländische Bildungsministerium bestätigte gestern auf SZ-Anfrage, dass die Genehmigung erteilt worden ist.

Über 30 Kinder angemeldet


Muharrem Özgür, Vorstandsmitglied der alevitischen Gemeinde im Saarland, rechnet mit über 30 Kindern, die an dem Religionsunterricht an der Wiedheckschule in Saarbrücken und an der Grundschule Völklingen-Bergstraße teilnehmen werden. Nach seiner Schätzung leben im Saarland bis zu 5000 Aleviten, die zu knapp einem Fünftel in einer Gemeinde organisiert sind.
Ein Antrag für den Unterricht sei im Frühjahr 2010 erfolgt, teilte das Bildungsministerium mit. Die alevitische Gemeinde in Deutschland sei eine eigenständige Religionsgemeinschaft und die Alevitische Gemeinde Deutschland geeigneter Ansprechpartner des Staates für die Einführung des Fachs, so das Ministerium weiter. Es stütze sich dabei auf zwei religionswissenschaftliche Gutachten.
Der Unterricht muss mehreren Kriterien entsprechen: Unter anderem ist festgelegt, dass er in deutscher Sprache stattfinden und unter deutscher Schulaufsicht stehen muss. Zudem müssen die beiden Lehrerinnen in Deutschland ausgebildet worden sein oder in Deutschland anerkannt sein. Lehrplan und Lehrbücher müssen zudem von der Schulaufsicht genehmigt werden.
Muharrem Özgur weist darauf hin, dass der Unterricht am Nachmittag stattfinden wird, damit auch Kinder aus anderen Orten daran teilnehmen können. Alevitischen Religionsunterricht gibt bereits unter anderem in Berlin, in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württenberg. Demnächst wollen Vertreter der Gemeinde und die Lehrerinnen weitere Details mit den Schulen abstimmen.


Auf einen Blick

In Deutschland leben nach Schätzungen etwa 700.000 Aleviten. Da diese in ihrer ursprünglichen Heimat in der Türkei der vorislamischen Kultur weitgehend verbunden blieben, unterscheiden sie sich nach Angaben der alevitischen Gemeinde im Saarland wowohl von den orthodox-islamischen Sunniten als auch von iranischen Schiiten. Die Aleviten legen Wert darauf, als eigene Religionsgemeinschaft gesehen zu werden. red







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