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Alle fiebern dem Saisonstart entgegen

Seibert genießt die „unwirkliche Situation“, aber für die Liga fehlt ihm noch die Trainer-Lizenz


Timon Seibert wirkt zurückhaltend und lauscht interessiert den Kollegen, die neben ihm an einem langen Tisch sitzen und geduldig Fragen beantworten. Bei der vom Verein Saarländische Sportjournalisten organisierten Diskussion im Vip-Raum der Ursapharm-Arena in Elversberg ist er mit 33 Jahren der Jüngste am Tisch. „Es fühlt sich alles noch unwirklich an. Die beiden Herren ganz links kenne ich nur aus dem Fernsehen, und jetzt sind wir auf einmal sportlich in derselben Liga angekommen“, sagt Seibert und blickt zu Michael Wiesinger und Falko Götz.

In den vergangenen sieben Jahren stieg er mit seinem Heimatverein sechs Mal auf – von der Kreis- bis in die Regionalliga. Das ringt den Kollegen Respekt und Anerkennung ab. Im Gegensatz zu den Profis am Tisch, allesamt Fußballlehrer, ist Seibert nicht hauptberuflich Fußballtrainer. Als Selbstständiger im Bereich Fitnessökonomie bleibt nur abends Zeit für Training – das gilt übrigens auch für die Spieler. Als Trainer einer Herrenmannschaft in der Regionalliga braucht man eigentlich mindestens die Trainer A-Lizenz des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Auch die hat Seibert nicht. Noch nicht. Er wird sie im Dezember angehen und hoffentlich bestehen, um die DFB-Vorgabe für die Liga zu erfüllen.

An Professionalität mangelt es im Saar 05-Umfeld dennoch nicht. „Es ist umso schöner, ein solches Projekt mit Spielern aus der Region anzugehen, die schon ihre Erfahrungen in der 3. oder 4. Liga gesammelt haben, aber auf eine andere Karte als Profifußball gesetzt haben“, meint Seibert: „Natürlich gehört unter diesen Umständen auch Glück dazu, sich jetzt mit den drei Großen im Saarfußball in einer Liga messen zu dürfen. Aber das haben wir uns hart erarbeitet, und das genießen wir.“ Zumindest bis zum Auftakt am Sonntag um 14 Uhr mit dem Auswärtsauftakt bei der TSG Hoffenheim II. Dann wird es ernst für den hochgelobten Aufsteiger. zen
 

Wiesinger ist eigentlich ganz entspannt, wäre nicht der jüngste Ärger um Spieler Karikari


Sympathisch, nett und offen kam er bislang rüber, der Ur-Bayer in Diensten der SV Elversberg. Und diesen Eindruck bestätigt Michael Wiesinger auch kurz vor dem Saisonstart. Dennoch: Etwas Lausbübisches hat der 42-Jährige schon an sich, wenn er mit einem leichten Lächeln im Gesicht seine Blicke durch den Raum kreisen lässt. „Falko Götz war mein Trainer bei 1860 München in der Bundesliga. Er war ein super Trainer, auch wenn er mich fast nie hat spielen lassen“, sagt Wiesinger, lacht und klopft Götz, dem aktuellen Trainer des 1. FC Saarbrücken, auf die Schulter.

Wiesinger findet ausschließlich positive Worte über seine saarländischen Trainerkollegen in der Regionalliga Südwest. „Jens Kiefer habe ich in einem Biergarten kennen gelernt. Es hat direkt gepasst. Wir haben einen guten Kontakt“, sagt Wiesinger, der zu Timon Seibert noch keinen Bezug hat: „Aber Saar 05 kann man zu seiner Erfolgsstory nur gratulieren.“

Wiesinger bleibt locker, nimmt aber auch kein Blatt vor den Mund. Auch nicht bei der Frage, ob kurz vor dem Start alles rund läuft. „Läuft es nicht“, sagt er: „Wir mussten Jeremy Karikari nach einem Vorfall bis auf weiteres suspendieren. Mit Matthias Cuntz fällt ein weiterer Mittelfeldspieler aus. Wir haben alle Hebel in Bewegung gesetzt und müssen noch einmal auf dem Transfermarkt tätig werden.“ Nach SZ-Informationen soll Karikari bei einer Schlägerei in Hamburg eine Flasche auf den Kopf bekommen haben und immer noch in Hamburg in einem Krankenhaus liegen.

Ihre Testspiele hat die SVE bislang fast alle gewonnen, aber auch da ist Wiesinger nicht zufrieden: „Wir haben zu viele Testspiele gemacht und zudem gegen zu viele unterklassige Mannschaften. Da hatte ich noch keinen Einfluss darauf. Das werde ich in der Wintervorbereitung ändern.“ Letztlich sind die Tests auch egal – es zählt der Auftakt am Sonntag (14 Uhr) bei Eintracht Trier. leh
 

Götz fordert ein „gemeinschaftliches Bild“ in der Öffentlichkeit – und mag keine Alibis für Spieler


Falko Götz wirkt gelöst, strahlt Selbstbewusstsein aus und lächelt – auch als sein Homburger Kollege Jens Kiefer dem Trainer des 1. FC Saarbrücken „mehr Druck aufzusteigen“ attestiert. „Die Liga ist gut besetzt, es wird kein lockerer Vorbeimarsch“, räumt Götz beim Treffen der vier saarländischen Regionalliga-Trainer ein. Aber er stellt auch klar: „Wir nehmen die Rolle an. Wir wollen aus dieser Klasse raus.“

Dass Götz auch selbst verbale Giftpfeilchen abschießen kann, zeigt er bei der Frage nach dem durch den Umbau des Ludwigsparks und des dann notwendigen Wechsels der Spielstätte an die Kaiserlinde. „Ist doch eine schöne Sache, im alten Park eine Vorlage zu geben in der Tabellensituation. Dann glaube ich, dass wir den ein oder anderen Fan nach Elversberg mitbringen, damit in dem engen Stadion auch mal eine gute Stimmung herrscht.“ SVE-Kollege Michael Wiesinger nahm's mit Humor, schließlich war Götz sein Trainer bei 1860 München.

Das chaotische Umfeld beim FCS kennt Götz noch aus seiner Zeit als Spieler, nennt Präsident Hartmut Ostermann und Sportdirektor Milan Sasic als seine Vertrauenspersonen. „Ich bin zu lange dabei, dass ich mich davon ablenken lasse“, sagt der 48-Jährige und merkt mit Blick auf die Opposition an (die SZ berichtete): „Natürlich wäre es schön, in der Öffentlichkeit ein gemeinschaftliches Bild abzugeben, weil die jetzige Situation dem ein oder anderen Spieler ein Alibi geben könnte.“

Doch Alibis gibt es bei Trainer Götz nicht. Mit den Neuzugängen David Puclin, Solomon Okoronkwo und Filip Luksik ist die Kaderplanung abgeschlossen. „Wir haben sie geholt, um die Mannschaft zu verstärken. Die einzige Unbekannte ist, ob man die Leistung aus den Testspielen auch unter Druck in der Runde abrufen kann. Geht das, werden wir sehr viel Freude haben“, sagt Götz. Das erste Heimspiel am Samstag (14 Uhr) gegen Freiburg II wird Aufschluss geben. cor
 

Kiefer ist ganz und gar nicht zufrieden mit seinem Team und wünscht sich einen Typ wie Luz


So einen Spieler wie Felix Luz, den hätte ich gerne noch“, gesteht Jens Kiefer, Trainer des Fußball-Regionalligisten FC Homburg, vor seinen „Arbeitskollegen“: „Ich durfte Felix ja bei der SV Elversberg schon mal zwei Monate trainieren. Er hat mir sehr imponiert, weil er sich immer reingehauen hat. Er ist genau der Stürmertyp, der uns noch fehlt.“

Luz steht bekanntlich beim Ligakonkurrenten 1. FC Saarbrücken unter Vertrag. Ein Wechsel scheint ausgeschlossen, zumal Kiefers Kollege Falko Götz ohnehin keinen Spieler abgeben möchte. So ist der Homburger Trainer – entgegen den Aussagen seines Präsidenten Herbert Eder – durchaus noch auf der Suche nach Ergänzungen: „Ich hätte gerne noch zwei Spieler. Wir haben mit 19 Feldspielern einen sehr engen Kader.“ Dazu kommt, dass die Neuzugänge Jan Eichmann, André Dalphin und Giovanni Runco (alle drei von der U19 des FCS) vor ihrer ersten Saison im Aktivenbereich stehen, nur Murat Bildirici (SVN Zweibrücken) und Tobias Trautner (Stuttgarter Kickers) haben etwas mehr Erfahrung.

Die Mannschaft für den Saisonauftakt steht – „zumindest im Kopf und vielleicht bis auf ein oder zwei Positionen“, sagt Kiefer. Wie genau das Team aussieht, dem viele Experten durchaus eine positive Überraschung in der Liga zutrauen, gibt er nicht preis. Wohl aber, dass in der Vorbereitung nicht alles nach Plan gelaufen ist. „Ich habe schon mehrfach gesagt, dass ich nicht zufrieden bin“, sagt der Spiesener: „Wir sind zwar eine eingespielte Truppe, aber darin liegt auch eine Gefahr. Ein paar Spieler sind nicht so aus dem Urlaub gekommen, wie es sein sollte. Da musst du als Trainer auch mal härter reagieren.“ Von daher dürfte die Aufstellung am Samstag beim Topspiel gegen Waldhof Mannheim (14 Uhr) schon sehr interessant sein. cor
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