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Alles nur Gerücht: Kraftwerks Fenne soll nicht dicht machen

Von SZ-Redakteurin Doris Döpke

Völklingen.  Ein Gerücht beunruhigt die Region. Und die Völklinger Kommunalpolitik – so sehr, dass Mitglieder des Völklinger Stadtrates in einer Anfrage an Oberbürgermeister Klaus Lorig Aufklärung eingefordert haben, was an der Sache denn nun dran sei oder nicht. Das Gerücht besagt, es gebe Pläne, das Kraftwerk Fenne stillzulegen. Wann, warum und wie, darüber lassen sich im Dunst der Gerüchteküche keine Einzelheiten erfahren.

Nur so viel ist klar: Die alarmierende Diskussion steht im Zusammenhang mit dem Verkauf des Kraftwerksbetreibers, der Evonik Steag GmbH, an ein Konsortium von Stadtwerken im Ruhrgebiet. Eben erst haben die Unternehmens-Gremien dem Handel zugestimmt, bei dem zunächst eine Anteilsmehrheit von 51 Prozent den Besitzer wechseln wird (die SZ berichtete). Zuvor, im Zuge der Verkaufs-Debatten, hatten Mitglieder des Bochumer Stadtrates gesagt, sie fänden es gut, dass künftig Kraftwerke in Lünen, Herne und „Venne“ geschlossen würden – hier liegt die Quelle des Gerüchts.

Von den diversen Kommunikations-Abteilungen im Evonik-Konzern war dazu auf SZ-Nachfrage nur zu hören: „Keine Stellungnahme“. Jedoch haben Karl Schnadt und Alfred Geißler, beide Geschäftsführer der Evonik Industries, in einem Brief an die Kraftwerks-Mitarbeiter (er liegt der SZ vor) erklärt, „dass in der Unternehmensplanung der Steag solche Planungen nicht enthalten“ seien. Und sie bitten die Mitarbeiter, sich nicht verunsichern zu lassen durch derlei „unverantwortliche Spekulationen“.

Andreas Detemple, Betriebsratsvorsitzender des Fenner Kraftwerks, soeben zurück von Aufsichtsratssitzungen am Essener Evonik-Hauptsitz, sagt seinerseits: „Man muss unterscheiden zwischen Stadträten und Stadtwerken.“ Eben deshalb, fügt er hinzu, habe er „keine Angst um den Standort Fenne“. Genau das wolle er auch am Heiligabend der Kraftwerks-Belegschaft mitteilen.

Detemple erinnert außerdem daran, dass die Fenner Kraftwerksanlagen frisch modernisiert worden seien. Ein zweistelliger Millionenbetrag sei in den beiden vergangenen Jahren investiert worden. Und im Frühjahr 2011 sei eine weitere Investition geplant, 2,5 Millionen Euro für einen neuen Blocktrafo. Damit sei die Fenner Kraftwerksanlage technisch und in Sachen Umweltschutz „für die nächsten 15 Jahre auf dem neuesten Stand“.



Auf einen Blick
Das Kraftwerk Fenne besteht aus mehreren Anlagen, die vor allem Steinkohle und Grubengas als Brennstoff nutzen. Es liefert neben Strom – zwei Milliarden Kilowattstunden (kWh) jährlich – auch Wärme (600 kWh pro Jahr) und ist nach Evonik-Informationen „Rückgrat der Fernwärmeschiene Saar“. Im Kraftwerk sind rund 160 Mitarbeiter beschäftigt. dd

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