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Alptraum: Brennender Saarbahn-Zug im Tunnel - Feuerwehr probt den Ernstfall

Heusweiler/Lebach. Die schlimmsten Tunnel-Unglücksfälle sind in das Gedächtnis eingebrannt. Der schwerste Tunnel-Unfall ereignete sich 1999 im Montblanc-Tunnel zwischen Frankreich und Italien, als ein Lkw in Flammen aufging. Das Feuer griff auf andere Fahrzeuge über, 39 Menschen starben.

Um genau gegen solche Katastrophen gewappnet zu sein, und um mit klar umrissenen Konzepten und Notfallplänen auch Vorsorge für den Ernstfall zu betreiben, fand gestern auf der künftigen Saarbahntrasse zwischen Heusweiler und Lebach im Spitzeichtunnel eine Großübung statt. Die Übung ist Bestandteil des Brandschutzkonzeptes, das die Saarbahn-Betreiber vorlegen müssen, um vom Eisenbahn-Bundesamt die Betriebsgenehmigung zu erhalten. Bei der Übung in dem 476 Meter langen Spitzeichtunnel aus dem Jahr 1907 wurde für der Super-Gau angenommen: Ein Bahnfahrzeug ist im Tunnel in Brand geraten, Qualm verhindert, dass die Rettungskräfte zum Zug gelangen, so das vorgegebene Szenario.

Peter Schug und Hans-Peter Mahren vom TÜV-Saarland oblag es, den Tunnel zusammen mit der Feuerwehr mit (harmlosen) Discorauch zu füllen. Mit einem Einsatzfahrzeug, das einen Anhänger mit der Rauchmaschine durch den gesamten Tunnel zog, wurde das Bauwerk in einer aufwendigen Prozedur vernebelt.

Dieser Rauchversuch sei nicht nur Teil eines von zwei Gutachtern entwickelten und überprüften Brandschutz- und Löschkonzeptes, sondern entspreche auch Vorstellungen der Saarbahn-Verantwortlichen von Sicherheitsverantwortung im Personenverkehr, sagten Saarbahn-Bereichsleiter Michael Irsch und Daniel Bürtel von der Projektsteuerung, die maßgeblich am Bau der Saarbahn-Strecke beteiligt sind.

Die „Eisenbahntunnelrichtlinie“ erst für Tunnel mit einer Länge von mehr als 500 Metern, sagt Irsch. Der Spitzeichtunnel falle mit seinen 476 Metern gar nicht unter diese Richtlinie. „Aber wir haben trotzdem entschieden, auf den Spitzeichtunnel die strengen Maßgaben der Eisenbahntunnelrichtlinie anzuwenden“, schilderte Irsch.

Mit in das Brandschutzkonzept einbezogen sind die Feuerwehren aus Heusweiler, Eiweiler und Lebach. Mit insgesamt 27 Feuerwehrmännern und mehreren Fahrzeugen waren die Retter gestern vor Ort. Die beiden Wehrführer Helmut Maas (Heusweiler) und Hans Kartes (Lebach) unterstrichen die enge Zusammenarbeit mit der Firma Saarbahn. „Wir stimmen uns ab und arbeiten Hand in Hand“, hieß es.

Entsprechend des angenommenen Notfalls, hatten die Feuerwehrmänner gestern zuerst die Aufgabe, den Qualm mit Hilfe von kräftigen Ventilatoren aus dem Tunnel zu blasen, um zu dem verunglückten Saarbahnzug gelangen zu können. Maas, Kartes und die Saarbahn-Mitarbeiter zogen ein positives Fazit nach der Übung. „Wir sind gerüstet“, hieß es gestern. Einer der vielen Schaulustigen meinte: „Jetzt kann die Bahn ruhig kommen.“

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