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Alt-Saarbrücken platzt aus allen Nähten

Die Handwerkskammer sucht im Umfeld ihres Verwaltungsgebäudes nach Flächen für einen Erweiterungsbau.

Die Handwerkskammer sucht im Umfeld ihres Verwaltungsgebäudes nach Flächen für einen Erweiterungsbau.

Am 5. Oktober soll auf Einladung der Staatskanzlei in großer Runde über die Pläne der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) für einen Campus Alt-Saarbrücken gesprochen werden. Das teilte die Stadt Saarbrücken gestern auf Anfrage mit. Bei dem Gespräch werde das Land auch seine Vorstellungen zur Entwicklung der Hochschulen im Stadtteil nennen. Thema solle zudem die Nutzung des Pingusson-Gebäudes, des ehemaligen Kultusministeriums, sein. Die Stadt Saarbrücken wird vertreten sein durch Baudezernentin Rena Wandel-Hoefer und die Leiterin des Stadtplanungsamtes, Monika Kunz.

Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz, teilte die Stadt gestern weiter mit, habe im Juli in einem Schreiben an die Staatskanzlei eine Arbeitsgruppe vorgeschlagen, die sich mit dem Flächenbedarf der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) und der Handwerkskammer (HWK) und mit dem Gelände um den Pingusson-Bau beschäftigen solle.

Für einen städtebaulichen Wettbewerb, wie ihn die Architektenkammer (AKS) jüngst für den Stadtteil forderte, ist es aus Sicht der Handwerkskammer bereits zu spät, da die Standortfrage im ersten Quartal 2016 entschieden werden muss. Der Grund: Die HWK setzt auf Zuschüsse des Bundes. Stefan Gerhard, Geschäftsführer der HWK: „Wir möchten der Stadt aber eine Entscheidungshilfe geben und finanzieren eine Studie, die eine mögliche Bebauung im Umfeld des Pingusson-Baus grundsätzlich untersucht.“

Bei einer Teilsanierung, sagte Gerhard, würde ein Technikum als Erweiterungsbau notwendig, in dem etwa 6000 Quadratmeter Fläche als Werkstattflächen aufgebaut werden müssten. Die Grundstücksfläche hänge davon ab, wie viel Fläche bebaut werden darf und ob ein, zwei oder drei Stockwerke möglich sind. Im Falle eines Neubaus müssten etwa 14 000 Quadratmeter aufgebaut werden. Dies entspreche einer Grundstücksgröße von etwa 20 000 Quadratmetern.

Charlotte Britz hatte in ihrem Schreiben an die Staatskanzlei erklärt, die Stadt Saarbrücken sei „sehr daran interessiert, die Einrichtungen der Handwerkskammer mit dem Ausbildungszentrun in der Stadt, möglichst am Standort Alt-Saarbrücken, zu halten“. Seit 2011 gibt es ein Entwicklungskonzept für das untere Alt-Saarbrücken, das die Bedeutung der Bildungsstandorte für den Stadtteil und die Gesamtstadt hervorhebt.

Neben der Runde von Stadt und Land stehen weitere Gespräche an. Die Architektenkammer will die Diskussion um das Pingusson-Areal in Alt-Saarbrücken fortführen. Sie plant einen „Runden Tisch Pingusson-Areal“ mit Stadtplanungsamt, Stadtrat, Land, HWK und HTW.

 

Meinung:
 

Ein Stadtteil braucht Hilfe

Von SZ-RedakteurinIlka Desgranges

Wenn die Handwerkskammer des Saarlandes in den nächsten sechs Monaten eine Entscheidung für ihre Bildungszentrumspläne braucht, heißt das nicht, dass in dieser Zeit das untere Alt-Saarbrücken neu geplant werden kann oder gar muss. Stadtplanung unter Zeitdruck funktioniert ohnehin nicht. Die derzeitige Diskussion, auch befördert durch den Ruf der Architektenkammer nach einem städtebaulichen Wettbewerb, hat allerdings ihr Gutes: Ein Stadtteil, der Hilfe braucht, wird endlich ganz genau betrachtet. Hier treffen viele Interessen aufeinander, hier plant nicht alleine die Stadt Saarbrücken , auch das Land ist zuständig, etwa für den Pingusson-Bau.

Es ist wichtig, alle an einen Tisch zu holen. Die Vertreter der großen Einrichtungen müssen gehört werden. Die Bewohner des Stadtteils unbedingt auch. Denn sie sind rund um die Uhr da und an allen Tagen der Woche.
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