L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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„Alt sein ist nicht schrecklich“: Der Film „Sputnik Moment“ hat Premiere in Saarbrücken

50 ist das neue 40. 70 ist das neue 50. Man kennt die Sinnsprüche und hört sie zunehmend lieber, je älter man wird – es ist ja auch etwas Wahres dran. Wir werden im Schnitt immer älter und haben mehr Jahre vom sogenannten wohlverdienten Ruhestand. Nur – was macht man aus möglicherweise mehreren Lebensjahrzehnten, die nicht mehr von der täglichen Arbeit diktiert werden?

Die saarländische Filmemacherin Barbara Wackernagel-Jacobs hat als Produzentin und Co-Autorin (mit Regisseur Lukas Schmid) einen Film zum Thema auf den Weg gebracht: „Sputnik Moment – 30 gewonnene Jahre“, der am Dienstag in Saarbrücken vorgestellt wird. Auslöser des knapp einstündigen Films waren laut Wackernagel-Jacobs (65) ihre Geburtstage, „vor allem die runden, bei denen Sätze fielen wie ‚Mach Dir nichts draus' oder ‚Es wird schon nicht so schlecht', lauter merkwürdige Tröstungen“. In den Medien höre man dazu ständig bedrohliche Wortschöpfungen wie „Rentnerberg“ oder „Demenzwelle“, aber „wenn wir 60 sind, haben wir – statistisch gesehen – noch gute 20, 30 Jahre vor uns. Wie gestaltet wir die?“ Der Film zeigt – neben Gesellschafts- und Altersforschern – Menschen diesseits des Rentenalters, die dennoch weiterarbeiten: mal aus Geldnöten, vor allem aber, weil ihnen das Übermaß an Muße zur Last wird. Zu sehen sind etwa ein Saarbrücker Nachtportier, eine Verkäuferin Mitte 70 und ein Ex-Banker Mitte 60, der händeringend eine Beschäftigung sucht (und mittlerweile, nach den Dreharbeiten, gefunden hat). Auch in den USA haben Wackernagel-Jacobs und Regisseur Lukas Schmid gedreht; denn dort herrsche „mehr Aufbruch, mehr Wille zur Neu-Erfindung – wenn auch nicht zuletzt durch die schlechtere soziale Absicherung. Die Amerikaner müssen sich im Laufe des Lebens vier, fünf Mal neu erfinden.“ In einer Fabrik für Nadeln trifft man einen 93-Jährigen, der nach seiner Rente hier vor 26 Jahren angefangen hat – aus Langeweile. Der jüngste Rat seines Arztes: „Hör bloß nicht auf zu arbeiten!“

Der Film soll Diskussion anregen, sagen die Macher und hoffen auf Reaktionen von Politik, Arbeitgebern und Medien. „Gerade die müssten öfter zeigen“, sagt Wackernagel-Jacobs, ehemalige SPD-Sozialministerin, „welche Chancen für die älteren Menschen es gibt. Alt sein ist nicht schrecklich.“

Der Film wird demnächst auf DVD erscheinen, die Produzentin will mit dem Film „übers Land gehen“ und Diskussionen führen, „der Film soll in die Breite“. Auch ein Buch wird erscheinen, mit Langfassungen der Interviews, die im Film gerafft sind. Der Filmtitel „Sputnik Moment“ kommt übrigens aus den USA und bezieht sich auf den russischen Satelliten, der sich 1957 als erster um die Erde drehte und die Amerikaner schockte: Nun intensivierten die ihr Raumfahrtprogramm und gewannen das Rennen um die Landung auf dem Mond. „Wenn die Anforderungen hoch sind“, sagt Wackernagel-Jacob, „muss man die Anstrengungen verdoppeln“. Ob nun im All oder in der Rente.

 

Zum Thema:

 Am Dienstag läuft der Film in der Saarbrücker Congresshalle (Saal Ost, Einlass 16.30 Uhr). Um 17 Uhr beginnt ein Einführungsgespräch mit der Filmemacherin und Monika Bachmann ( CDU ), Ministerin für Soziales, Gesundheit und Familie, Gerd Bauer, Direktor der Landesmedienanstalt Saarland, und Karin Heist von der Körber-Stiftung in Hamburg. red

Anmeldung und Info: p.lorch@soziales.saarland.de oder unter Fax (06 81) 501 32 77.
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