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Alte Turnhalle steht vorm Abriss

Nachrichten aus der Region St. Ingbert.

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St. Ingbert. Neue Erkenntnisse über die Zukunft der „Alten Turnhalle“ am Leibniz-Gymnasium in St. Ingbert hat ein Ortstermin gebracht, an dem kürzlich neben Vertretern der Kreis- und Stadtverwaltung auch der Landesdankmalpfleger Reinhard Schneider teilgenommen hat. Landrat Clemens Lindemann und Oberbürgermeister Hans Wagner erläuterten dabei nochmals die Thematik der „Alten Turnhalle“.

Die Halle und die angrenzende Hausmeister-Wohnung sollten ursprünglich als Räumlichkeiten für die Freiwillige Ganztagesschule (FGTS) genutzt werden, was jedoch auf Grund ihres baulichen Zustandes seit längerem infrage steht. Für ein statisches Konzept hatte laut Kreis im Vorfeld die Dr. Marx GmbH, Abteilung Materialprüfstelle des Saarlandes, beauftragt, die Güte des Betonrahmens in der Turnhalle und der Betondecke untersucht und unter anderem die „charakteristische Druckfestigkeit“ des Betons berechnet.

Mehrere Prüfstellen wurden hierzu mittels Kernbohrungen untersucht, zudem die Haftzugfestigkeit und Lage der Bewehrung sowie die vorhandene Betonüberdeckung ermittelt. Auf Grund dieser ersten Untersuchungsergebnisse wurde die Halle bereits Ende Januar dieses Jahres gesperrt, wie der Saarpfalz-Kreis in einer Pressemitteilung betont.

Die Betonkernuntersuchungen hätte nach Angaben des Kreises vor allem an einem Rahmen sehr schlechte Ergebnisse gebracht. Der Beton zeige dort keine nennenswerte Druckfestigkeit mehr. Auch ein zweites Gutachten habe ebenfalls den problematischen Zustand der Hallen-Bauteile bestätigt. Eine wie auch immer geplante Weiternutzung des Gebäudes wäre daher nur noch durch sehr große baulichen und klimatechnischen Maßnahmen zu ermöglichen. Auch aus energetischen Gesichtspunkten sei eine Sanierung nicht zu empfehlen, da die Unterhaltungskosten des sanierten Altbaus höher sind als ein Neubau in Passivbauweise. Die jährlichen Mehrkosten auf Basis aktueller Energiepreise werden mit rund 16 400 Euro kalkuliert.

„Wirtschaftlicher Nachteil“ Das Ergebnis des Gutachterausschusses sei ebenfalls eindeutig: Trotz großem Sanierungsaufwand kann bei der bestehenden Turnhalle von einer verkürzten Restnutzungsdauer ausgegangen werden (maximal 30 Jahre). Ein Neubau hätte eine Gesamtnutzungsdauer von 80 Jahren. Dieser Wertunterschied Altbau-Neubau beträgt rund 400 000 Euro und könne somit als wirtschaftlicher Nachteil eingeschätzt werden.

In der Besprechung mit der Landesdenkmalpflege stellte der Landrat vier mögliche Varianten vor: Eine Sanierung der Alten Turnhalle und Umnutzung zur FGTS (wie bis dato geplant), den Abbruch der Alten Turnhalle und „Rekonstruktion“ eines optisch gleichen Baukörpers mit zeitgemäßer Energieeffizienz, ferner der Abbruch der Alten Turnhalle und ein zeitgemäßer Neubau einer FGTS am gleichen Standort sowie eine provisorische Sicherung der Alten Turnhalle zum Erhalt des Denkmals ohne weitere Nutzung und stattdessen ein Neubau FGTS im Bereich Römerstraße (jetziger Sportplatz).

Nach Erläuterung der vorgenannten Fakten und der folgenden vier diskutierten Varianten herrschte bei dem Ortstermin die einhellige Meinung, dass es wirtschaftlich nicht vertretbar sei, die Alte Turnhalle zu erhalten und für die geplante Umnutzung zur FGTS zu sanieren. Zur Verdeutlichung der Situation wurde die Alte Turnhalle mit einem Patienten verglichen, der an Maschinen hängt, um künstlich am Leben erhalten zu werden, jedoch nicht gewährleistet ist, dass er tatsächlich überlebt.

Fazit aus Sicht des Saarpfalz- Kreises: Nun könne der Kreistag die Weichen stellen, um ein neues Ensemble am St. Ingberter Leibniz-Gymnasium entstehen zu lassen – in enger Abstimmung mit Stadtverwaltung und Stadtrat der Mittelstadt

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