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Altenkessel: Wildschweine durchpflügen die Grünflächen

Um das Kriegerdenkmal sieht es nach dem Fressgelage der hungrigen Wildschweine übel aus. Helmut Kohler und seine Mitstreiter für ein schönes Altenkessel können aber sicher sein, dass das Grünamt die Anlage noch rechtzeitig zum Volkstrauertag in Ordnung bringt.

Um das Kriegerdenkmal sieht es nach dem Fressgelage der hungrigen Wildschweine übel aus. Helmut Kohler und seine Mitstreiter für ein schönes Altenkessel können aber sicher sein, dass das Grünamt die Anlage noch rechtzeitig zum Volkstrauertag in Ordnung bringt.

Altenkessel. „Sie sehen ja, wie es hier aussieht“, sagt Helmut Kohler, Sprecher der Bürgerinitiative „Unser Altenkessel – sauberer, sicherer, schöner“, beim Treffen am Kriegerdenkmal nahe des Friedhofs in der Pfaffenkopfstraße. Die Wildschweine aus dem angrenzenden Wald haben die Erde rund um das Denkmal aufgewühlt.

Passiert ist das Ganze Kohler zufolge vor wenigen Tagen. Und nicht nur die Grünanlage am Denkmal fiel den Tieren zum Opfer. Auch die 50 Meter entfernte Liegewiese und der Kinderspielplatz Lumpenberg tragen die hässlichen Spuren der hungrigen Wildtiere. Zahlreiche von wühlenden Tieren aufgeworfene Erdhügel lassen die Platten zwischen Denkmal und Liegewiese nahezu verschwinden. „Die jetzige Verwüstung ist besonders unerfreulich, da das Amt für Grünanlagen hier unlängst die Hecken geschnitten und Müll entfernt hat“, sagt Kohler. Außerdem sei gerade für die kommenden Feier- und Gedenktage wie Allerheiligen, Volkstrauertag und Totensonntag ein „vorzeigbarer“ Zustand des Kriegerdenkmals wünschenswert. „Aber ich bin mir sicher, dass das Amt für Grünanlagen die Verwüstung bis dahin beseitigt hat“, sagt der Sprecher der Bürgerinitiative zuversichtlich. Das kann Kohler auch sein: Stadtpressesprecher Robert Mertes sagt, die Anlage werde rechtzeitig zum Volkstrauertag geebnet und gesäubert. Im Frühjahr säe die Stadt dort neuen Rasen.

Grundsätzlich seien die städtischen Ämter sehr höflich und hilfsbereit bei Anliegen der Altenkesseler Initiative, sagt Kohler. So habe das Amt für Grünanlagen am Denkmal Hecken geschnitten, den Müll beseitigt und am benachbarten Parkplatz die Sträucher gestutzt. „Am Ende entstanden dadurch ein paar Parkplätze mehr“, sagt Kohler lächelnd.

Ein weiteres Projekt, das die vor einem halben Jahr gegründete Bürgerinitiative in Angriff genommen hat, dient der Sicherheit der Altenkesseler: „Wir kämpfen für eine Verkehrsberuhigung am Anfang der Pfaffenkopfstraße von Riegelsberg kommend. Einem 70er- folgt direkt ein 30er- Schild, was viele nicht einhalten“, sagt Kohler. Dem Ordnungs- und dem Stadtplanungsamt liege die Forderung schon vor, bislang habe sich aber noch nichts getan.


Sau und Stadtmensch können sich kaum aus dem Weg gehen

Von SZ-Redakteur Alexander Will

Saarbrücken. Wildschweine sind immer dort zu finden, wo sie leicht an Nahrung kommen und sich gut verstecken können. Auch vom Menschen bewohnte Gebiete machen da keine Ausnahme. Im Gegenteil: Dort finden die Tiere sogar oft leichter Nahrung als im Wald. Ein Komposthaufen mit Küchenabfällen wirkt wie ein reich gedeckter Tisch auf die Rotten.

In den Randgebieten der Städte ist zudem die Jagd auf Schwarzwild kaum möglich. Diese Gebiete sind zum einen oft so genannte „befriedete Bezirke“. Das bedeutet, dort ist die Jagd per Gesetz nur mit einer Sondergenehmigung erlaubt. Zum anderen ist der Schusswaffengebrauch in der unmittelbaren Nähe von Häusern viel zu riskant. Selbst mit einer behördlichen Ausnahmegenehmigung haftet jeder Jäger schließlich für seinen Schuss. Zudem ist die Jagd an bestimmten Orten – wie etwa auf Friedhöfen – nicht jedermanns Sache. Auf absehbare Zeit werden also Stadtbewohner in Randlagen mit Schwarzwild leben müssen. Abhilfe für den eigenen Garten können Elektrozäune bringen. Außerdem gilt: Küchenabfälle gehören keinesfalls auf den Kompost. Darüber hinaus gibt der freundliche Jagdpächter von Nebenan sicher gern Tipps und Hinweise.



HINTERGRUND

Schwarzwild wird vom Ansitz aus und auf so genannten Bewegungsjagden nachgestellt. Die Zahl der erlegten Tiere ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen. Da Wildschwein- Rotten ein hochentwickeltes Sozialgefüge aufweisen, ist die Bejagung nicht einfach und erfordert viel Erfahrung. Der versehentliche Abschuss einer Leitbache – also der „Chefin“ einer Rotte – kann so das Problem noch verschärfen. Die Vereinigung der Jäger des Saarlandes empfiehlt zur Eindämmung der Population vor allem konsequenten Abschuss von Frischlingen. aw


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