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Altenkesseler Bad: Männerfreie Zone

Altenkessel. In Altenkessel brodelt die Gerüchteküche. Samstags soll das Schwimmbad geschlossen, seine Fenster verhängt werden, damit muslimische Frauen dort – vor Männerblicken geschützt – in ihren Gewändern schwimmen können. Die Bevölkerung werde ausgegrenzt.

Kein männliches Personal

Woher diese Gerüchte kommen, wisse er nicht, sagt Peter Schade von der Saarbrücker Bäderbetriebsgesellschaft. Aber ganz so, wie es rumerzählt werde, sei es nicht. In Zusammenarbeit mit dem Zuwanderungs- und Integrationsbüro (ZIB) der Stadt und dem Deutsch-Ausländischen Jugendclub (DAJC) plane die Bäderbetriebsgesellschaft Folgendes: Ab dem 24. September soll das Kombibad an jedem zweiten Samstag zwischen 15 und 18 Uhr nur für Frauen geöffnet sein. Auch männliches Personal – etwa Bademeister und Techniker – dürfe dann nicht ins Bad.

„Männerfrei und multikulti“ nennt die Leiterin des Zuwanderungs- und Integrationsbüros, Veronika Kabis (Foto: hth), dieses Angebot. Es gehe nicht um eine Nischenveranstaltung für islamische Frauen, betont sie. Das Schwimmbad sei drei Stunden „frei für Frauen, die Spaß an Bewegung im Wasser haben“. „Ein interkulturelles und gesundheitsförderndes Wasservergnügen in der Hallenbadsaison soll es werden: für Frauen, die einfach schwimmen wollen; für solche, die sich bislang nicht so recht ins Wasser trauen, und für solche, die bei Spaß und Spiel die ungezwungene Begegnung mit Frauen aus aller Welt suchen“, erklärt Kabis. Wer wolle, könne seine Bahnen ziehen. Es soll aber auch „besondere Angebote“ geben – von Aquajogging bis Wasserspiele. Auch Kinder können mitgebracht werden: Mädchen jeden Alters, Jungs bis sieben Jahre.

Normale  Badebekleidung

Kabis geht davon aus, dass die Frauen „in normaler Badebekleidung“ ins Wasser gehen. Wenn keine Männer dabei sind, sei das auch für muslimische Frauen kein Problem. Allenfalls eine Leggins-Sporthose werde die eine oder andere Frau tragen, sagt Kabis. Die Hygienevorschriften der Bäder gelten auch für diese Veranstaltung, versichert Kabis. Und die Fenster des Bades werde man nicht zuhängen.

Man wolle keine Nische für muslimische Frauen schaffen, sagt Kabis, ganz im Gegenteil. Man wolle das Schwimmbad zum „Ort der Begegnung“ zwischen Frauen aller Nationen machen, zum „Ort der Freiheit“.
200 bis 300 Besucherinnen erwartet die Bäderbetriebsgesellschaft zu diesem „interkulturellen Damenschwimmen“, wie Peter Schade sagt. Das seien nur einige weniger als bisher samstags um diese Zeit. „Ich gehe davon aus, dass kein großer Verlust eintritt“, versichert der Bäder-Manager. Wenn es gut laufe, könne das Bad so einen neuen Kundenkreis erschließen. Weil „die Integration von ausländischen Mitbürgern“ der Bäderbetriebsgesellschaft ein „großes Anliegen“ sei, erwartet Schade von den männlichen Stammgästen Verständnis dafür, dass sie jeden zweiten Samstag draußen bleiben müssen.
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