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Am 25. Juli feiern Saarlands Schüler auf dem Halberg den Ferienbeginn

Ein Blick auf den SR auf dem Halberg.

Ein Blick auf den SR auf dem Halberg.

Von den Anfragen nach den heiß begehrten Backstage- Ausweisen über die Wünsche der Künstler bis hin zu Sicherheitsfragen – bevor am 25. Juli The BossHoss & Co. mit den Besuchern des „Halberg Open Air“ ausgelassen in die Ferien feiern können, gibt es für Festivalleiter Harald Klein wieder viel zu tun. Seine 20. Ausgabe des traditionellen Schülerferienfestes ist für ihn jedoch eine besondere, da der Quierschieder danach in den Ruhestand geht. Dabei wäre die Gratis-Fete beinahe schon 1995, als Klein beim SR anfing, in Rente geschickt worden.

Die Veranstaltung verlor an „Zugkraft“, Besucherzahlen gingen stark zurück. Doch der Marketing-Experte verpasste dem „Sorgenkind“ eine neue Struktur und trug zu dessen Rettung bei. Eine aus heutiger Sicht eher skurrile Neuerung sei auch die Einführung eines Backstage- Chats gewesen: Die Kids konnten in einem Internet-Container mit ihren Lieblingsstars hinter der Bühne live kommunizieren. „Damals hatten die Jugendlichen noch kein Internet und auch für die Künstler war das der Hammer“, blickt er schmunzelnd zurück.

Auch musikalisch hat Klein seit 1995 viele Trends miterlebt: „In den ersten Jahren war Techno und Elektro-Dance gerade richtig angesagt.“ Bands wie Scooter, Mr. President und Blümchen brachten den Halberg zum Tanzen. Zudem sei das Open Air immer ein Sprungbrett für Newcomer gewesen, blickt der Festivalleiter zurück. So habe der SR zum Beispiel Lou Bega vor seinem Durchbruch rein zufällig angeboten bekommen. „So hatten wir die weltweite Nummer eins an zwei Tagen für nur 2500 Mark verpflichtet.“

Bei Tokio Hotel, die 2005 übrigens als Vorgruppe der Band von Kleins Sohn Marcel aufgetreten sind, sei es ähnlich gewesen. Eigentlich wäre das Programm schon voll gewesen, deshalb hätten Bill & Co. ohne Gage gespielt. Während seiner Zeit als Festivalleiter habe Klein von den Musikern bis zu Mitarbeitern zahlreiche Kontakte geknüpft, aus denen sich zum Teil echte Freundschaften entwickelt haben, sagt Klein. In den vergangen Jahren sei jedoch vieles anonymer geworden. „Die Künstler werden immer mehr von ihren Managements abgeschottet. Heute hat man oft keinen direkten Kontakt zu den Bands“, sagt Klein.

Ihr Anspruchsverhalten habe dagegen stark zugenommen. So verlangen einige sogar Backstage mehrere Security-Mitarbeiter als persönlichen Begleitschutz, andere würden nur auftreten, wenn sie eine bestimmte Cognac-Marke bekommen. Zudem würden die Verpflegungswünsche immer detaillierter: „Manchmal weiß der Koch gar nicht mehr, was er noch kochen kann“, schmunzelt Klein. Auch wenn Klein jetzt in Rente geht – die Zukunft „seines“ Festivals ist bis 2016 finanziell gesichert. Zum Start der diesjährigen und für ihn letzte Ausgabe will er sich noch ein Mal auf die Bühne schleichen und darauf warten, bis die Anlage losdonnert, der erste Künstler auftritt und die Menge jubelt: „Wenn ich dann die strahlenden Augen der Kids sehe, läuft es mir eiskalt den Rücken runter. Das ist für mich die schönste Belohnung.“

AUF EINEN BLICK

„Halberg Open Air“: Freitag, 25. Juli, auf der Radiowiese vor dem SR-Funkhaus auf dem Halberg in Saarbrücken. Geplanter Ablauf: 12 Uhr: Gewinnerband „Schultour“, 12.35 Uhr: Everyday Circus, 13.15 Uhr: PerDu, 13.55 Uhr: Kayef, 14.45 Uhr: Raf 3.0, 15.55 Uhr: Larsito, 16.50 Uhr: Genetikk, 17.50 Uhr: DVVDNS, 18.50 Uhr: The BossHoss (bis 20 Uhr).
An- und Abfahrt: Kostenlose Zubringerbusse pendeln für die Festival- Besuchen zwischen der Haltestelle Römerkastell und dem Funkhaus Halberg. Der Eintritt ist frei. mv

www. halbergopenair.de
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