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Am ,,Kulturstandort Saarland“ bleiben die Ideen aus

Die Völklinger Hütte ist eine der wichtigsten Kulturstätten des Landes.

Die Völklinger Hütte ist eine der wichtigsten Kulturstätten des Landes.



Saarbrücken. Längst ist es Standardwissen, dass „kreative Köpfe und kulturelle Projekte“ (nicht nur) des Saarlandes „ein Gewinn auch für Wirtschaft und Image“ sind. Das Fragezeichen hinter dem Titel des gestrigen Kultursalons der Konrad-Adenauer-Stiftung im Staatstheater (SST) darf man daher getrost als rein rhetorisches verstehen. Mit Sylvie Hamard, Robert Leonardy, Meinrad Maria Grewenig und Benjamin Knur erhielten in der von SZ-Redaktionsleiterin Ilka Desgranges moderierten Runde vier saarländische Kulturveranstalter die Gelegenheit, zu erklären, was sie brauchen, um imagefördernd erfolgreich zu sein – und woran es fehlt. Für Leonardy, den Leiter der Musikfestspiele Saar, fehlt es, wie nicht anders zu erwarten, in erster Linie an einer Konzerthalle, die auch den Akustik-Ansprüchen der Berliner Philharmoniker genügt.

„Wenn wir sagen würden, die guten Konzerte können wir hier nicht machen, dafür müssen wir nach Luxemburg fahren, dann würde ich das Saarland schon ein bisschen aufgeben“, entgegnete er auf Desgranges’ Frage, ob man angesichts der vielen vorhandenen Spielorte im Land nicht auch „großregionaler“ denken könnte. Auch Perspectives- Leiterin Hamard sieht sich im nächsten Jahr Spielort- Nöten ausgesetzt. Zum einen steht ihr am Eurobahnhof die Buswerkstatt, die zum Fitness- Gastro-Werkloft-Haus umgebaut wird, nicht mehr zur Verfügung, zum anderen fällt auch das große SST-Haus wegen Renovierung vorerst weg. „Das Festival muss ein Herzstück im Stadtzentrum haben – und dann kann man damit auch in die Großregion gehen“, betont Hamard. 2013 will sie erstmals ein großes deutsch-französisches Perspectives-Wochenende im Centre Pompidou Metz veranstalten. Ganz anders gelagert ist das Problem bei Welterbe- Generaldirektor Grewenig.

In die wohl größte Spielstätte des Landes, der Völklinger Hütte, kommen nach seinen Berechnungen jährlich 400 000 Besucher, davon 100 000 aus dem Saarland. Um die Besucherzahlen weiter zu steigern, müsse man über das Land hinaus „ausstrahlen“, sagt Grewenig. Für ihn eine notwendige Voraussetzung, um auch einen wirtschaftlichen Ertrag zu erzielen, gar „einen Beitrag zur Lösung der Schuldenkrise“ zu erreichen. Dafür müsse sich die Politik aber klar darüber werden, ob sie das wolle und dafür dann die notwendigen „Mittel und Menschen“ bereit stellen. Der gern zum „Retter“ (Desgranges) stilisierte Grewenig macht deutlich, dass er dabei nicht nur an sein eigenes Haus denkt. Wenn das Land einen „Quantensprung“ in der Kultur wolle, müsse man Prioritäten setzen – und auch Geld für eine Konzerthalle ausgeben.

Der junge Benjamin Knur, der kürzlich die Saarbrücker Galerie Neuheisel übernahm, verweist auf die Herausforderung, die junge Generation an seine alteingesessene Galerie zu binden. Eine Aufgabe, der sich, wie Moderatorin Desgranges unterstreicht, auch die anderen Kulturmacher zu stellen haben. Grewenig kündigt eine „Urban Art Biennale“ für 2013 an, schon in diesem Herbst will er eine Art Youtube-Festival starten. Leonardy will die Jungen mit Peter Maffay und den Scorpions zu den Musikfestspielen locken. Ob diese Rechnung aber aufgeht? Die Pop-Barden stehen schließlich kurz vorm Rentenalter.


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