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Am Milchhof entsteht ein Möbelhaus und in der Hafenstraße ein Hotel

Auf der Baustelle am ehemaligen Hauptsitz des RAG-Konzerns trennen Arbeiter die Baustoffe. Fotos: Becker&Bredel

Auf der Baustelle am ehemaligen Hauptsitz des RAG-Konzerns trennen Arbeiter die Baustoffe. Fotos: Becker&Bredel

Zurzeit wird kräftig in Saarbrücken gebaut. Das Ludwigsparkstadion wird saniert, der Milchhof und die ehemalige Hauptverwaltung des RAG-Konzerns gegenüber der Congresshalle abgerissen. Der Milchhof weicht einem Möbelhaus, die Bergwerksverwaltung einem Steigenberger-Hotel. Wir haben uns auf den Baustellen umgesehen.

 

Am Milchhof wird fleißig gearbeitet, das ehemalige Saarmesse-Verwaltungsgebäude ist im Rohbauzustand. Die Bagger für den endgültigen Abriss könnten kommen, doch die Stadtverwaltung behindere die Arbeiten durch Bürokratie, kritisiert Niederlassungsleiter Hans-Jürgen Winter von XXXLutz, einem Möbelhaus-Konzern, der am Milchhof eine neue Niederlassung errichten wird. „Wir sollen 14 Tage warten, um eine Genehmigung dafür zu erhalten, den kaum frequentierten Gehweg vor dem Milchhof für den Abriss sperren zu dürfen“, berichtet Winter. Er baue bundesweit, diese Bearbeitungsdauer in Saarbrücken sei extrem langsam.

 

Der alte Milchhof selbst wird bereits abgerissen, die Greifer zweier Bagger fressen sich durchs Mauerwerk. Zuvor wurde das Gebäude entkernt und alles nach Baustoffen getrennt. Fenster wurden von Hand ausgebaut, Glas, Metall, Isolierung – alles wird getrennt gesammelt. Schließlich bleibe das reine Mauerwerk stehen, das werde noch vor Ort geschreddert und zu Splitt verarbeitet. „Es war Zeit, dass wir das in Angriff genommen haben“, sagt Winter. Denn in der Ruine seien zunehmend Partys gefeiert worden, Metalldiebe hätten Heizungen und Kupferrohre abgebaut. Die Werke der Sprayer beweisen, dass kein Winkel sicher war. Auch auf dem Dach waren ungebetene Gäste ungeachtet der hohen Unfallrisiken.

 

Damit ist es bald vorbei. Das Grundstück soll bis Ferienbeginn eingeebnet sein. Zur Kritik an der Stadt äußert sich Stadtpressesprecher Thomas Blug: „Die Kritik ist nicht nachvollziehbar, unser Ordnungsamt hat den Antrag zügig bearbeitet. Das Abrissunternehmen hatte am 10. Juni einen Antrag auf Sperrung des Gehweges bei uns gestellt. Der Abriss findet an einer stark frequentierten Straße statt, das Sperren des Gehweges muss so erfolgen, dass die Sicherheit der Fußgänger nicht beeinträchtigt wird.“ Daher müsse unter anderem ein sogenannter Regelplan vorgelegt werden, der den Fußgängerverkehr während der Bauarbeiten sicher ordnet. „Der Antrag war aber unvollständig. Wir hatten dem Unternehmen noch am selben Tag (10. Juni) mitgeteilt, dass zur Genehmigung vollständige Unterlagen einzureichen sind. Die Unterlagen sind am 13. Juni eingegangen, zwei Tage später haben wir das Unternehmen nochmals angerufen und noch offene Punkte besprochen. In der Zwischenzeit haben wir mit dem Unternehmen einen Ortstermin vereinbart, um letzte Fragen zu klären.“

 

In der Hafenstraße ist momentan auch Handarbeit angesagt. 25 Arbeiter bauen alles ab, was nicht aus Beton ist. Fußböden, Decken, Leitungen, Klimaanlage, Isolierungen, alles wird von Hand demontiert und sauber getrennt. Ein riesiger Seilbagger hebt Container an und stellt diese quasi vor die Fenster der oberen Geschosse, damit die Arbeiter die Baustoffe dort einladen können. „Damit vermeiden wir Lärm, der entstehen würde, wenn man die Baustoffe einfach nach unten werfen würde“, sagt Bauleiter Klaus Krämer. Für den Bagger musste allerdings die Hafenstraße gesperrt und um die Fahrbahn zu schützen, ein Schotterbett aufgeschüttet werden. Ende August soll die Straße wieder frei sein.

 

Mitte 2017 ist das Verwaltungsgebäude verschwunden, dann übergibt die RAG eine planierte freie Fläche an den Bauunternehmer, der das Hotel errichtet. „Der Abriss soll so leise und staubarm wie möglich sein“, versichert Krämer. Trotzdem müsse die Nachbarschaft mit Beeinträchtigungen rechnen, die bei aller Sorgfalt unvermeidbar seien. Man setze Abrissbagger mit Wassersprühanlage ein, staubig werde es trotzdem. Bis der Abriss beginne, würden noch Wochen vergehen. Die Arbeiten im Gebäudeinneren werden noch einige Zeit beanspruchen.
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