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Amselvirus: Massensterben im Südwesten Deutschlands

Was ist eigentlich das so genannte Amselvirus?

Rolf Klein: Das sogenannte Amselvirus (Usutu-Virus) ist ein Virus der Gattung Flavivirus, welcher mit dem Enzephalitis-Virus und dem West-Nil-Virus verwandt ist. Im Gegensatz zu diesen Virusstämmen ist der Usutu-Virus für den Menschen allerdings weitestgehend ungefährlich. Der Usutu-Virus kommt ursprünglich aus Afrika, sein Name leitet sich von einem Fluss in Swasiland ab.

Und woran erkennt es der Laie?

Klein: Erkrankte Tiere zeigen auffällige Verhaltensänderungen wie Apathie oder fehlendes Fluchtverhalten, torkelnd-schwankende Bewegungen und ein zerzaustes Gefieder mit offenen Stellen.

Sind auch schon Vögel im Saarland davon betroffen?

Klein: Im Saarland gibt es bisher meines Wissens noch keinen bestätigten Fall. Allerdings sind seit Wochen besonders im Rhein-Neckar-Raum, aber auch weiteren Regionen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen erkrankte Vögel tot aufgefunden wurden. Aufgrund dieser räumlichen Nähe ist es gut möglich, dass das Virus auch im Saarland vorkommt.

Ist es möglich, dass es noch hierher verschleppt wird?

Klein: Das Virus wird durch Stechmücken übertragen. Wie es nach Europa gelangte, ist unklar. Erste Fälle dieses „Vogelsterbens“ wurden bereits 2001 in Österreich festgestellt. Es besteht die Möglichkeit, dass es mit Zugvögeln, Vogelimporten oder auch über Flugzeuge nach Europa kam.

Was sollte man tun, wenn man eine tote Amsel findet? Zum Tierarzt bringen?

Klein: Wenn tote, scheinbar erkrankte Vögel, nicht nur Amseln, aufgefunden werden, sollten die Tiere im Veterinärsamt abgeben oder weitere Informationen beim Umweltministerium einholt werden. Bitte beim Umgang mit toten Vögeln Einmalhandschuhe tragen und danach Hände waschen und desinfizieren.

Kann das Amselvirus unseren Vogelbestand im Saarland ernsthaft bedrohen?

Klein: Ob und wie viele Vögel nun wirklich Opfer eines Virenausbruches wurden, ist schwer abzuschätzen, da die meisten toten Vögel nicht gefunden werden. Zudem leben Amseln im Spätsommer und Herbst aus mehreren Gründen zurückgezogen. Regional können Usutu-Viren nachweislich zu drastischen Bestandseinbrüchen bei Amseln führen. So wird bereits seit Wochen in den betroffenen Gebieten beobachtet, dass typische Arten wie vor allem Amseln erheblich seltener geworden oder gar fast gänzlich verschwunden sind.

Es soll keine Panik in der Bevölkerung entstehen, dennoch sollte die Situation genauestens beobachtet werden, um einen möglichen Epidemieausbruch bestmöglich zu dokumentieren. Der Ornithologische Beobachterring Saar, untersucht bestimmte Wegstrecken alljährlich auf alle dort vorkommenden Brutvogelarten; so kann im Saarland ein eventuell signifikanter Rückgang der Amsel auch wissenschaftlich bestätigt werden.

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