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Amtlich: Bliesgau ist Biosphären-reservat

Saarbrücken. Einen Erfolg der Beharrlichkeit feiert die Landesregierung am Sonntag beim Biosphärenfest an der Kirkeler Burg. Dort wird nämlich um 15 Uhr der saarländische Ministerpräsident Peter Müller die Urkunde zur Anerkennung des Bliesgaus als Biosphärenreservat aus der Hand der UNESCO-Vertreterin Gertrud Sahler in Empfang nehmen. Mit der Vorstellung, ein solches Natur- und Kulturreservat an die Saar zu holen, hat sich Stefan Mörsdorf schon beschäftigt, als er noch nicht Umweltminister, sondern Landesvorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu) war.

Bereits Mitte der 90er Jahre ging er auf den damaligen Umweltminister Willy Leonhardt (SPD) zu, um ihm seinen Vorschlag zu unterbreiten. „Der hat mich mit einem entsprechenden Gutachten beauftragt, und bei Landrat Clemens Lindemann in Homburg hab’ ich auch gebohrt“, sagte Mörsdorf unserer Zeitung. Nach dem Regierungswechsel von 1999 habe er dann, inzwischen selbst Umweltminister, die Idee stärker vorangetrieben. Doch gab es zunächst eine Menge Widerstände, vor allem bei einem Teil der Landwirtschaft, weil man fürchtete, die Einrichtung eines solchen Reservats sei mit Einschränkungen für den Anbau verbunden. Also musste der Minister Überzeugungsarbeit leisten, was bei ihm allein mit 60 Terminen in Sachen Biosphäre zu Buche schlug. Doch sei den Leuten relativ schnell klar geworden, dass es sich hier nicht um ein reines Naturschutzprojekt, sondern um einen umfassenden Ansatz zur Regionalentwicklung handele.

Im kommunalen Bereich brachte Mörsdorf die Politiker mit einem Besuche der Biosphäre Rhön auf seine Seite, als der dortige Landrats sie mit dem Satz überzeugte: „Die Biosphäre war das beste, was ich in meiner Amtszeit je gemacht habe.“ Inzwischen beobachtet Mörsdorf im Bliesgau einen großen Konsens: „Diejenigen, die dagegen waren, haben keine Argumente mehr.“ Mit der Einrichtung der Biosphäre, „die dichtest besiedelte, die es in der Bundesrepublik gibt“, wachse das Gemeinschaftsgefühl über die Gemeindegrenzen hinweg. Und Projekte wie das Schullandheim in Gersheim, die Energieversorgung des ehemaligen Drahtwerks Nord mit Biomasse, die regionale Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte oder die Gewinnung von Apfelsaft aus Streuobstwiesen dienten als Unterfütterung zur Erhaltung der Kulturlandschaft im Bliesgau. gf 
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