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An der Saar-Uni stehen bald ganze Fakultäten zur Debatte

Die Saar-Uni und die Hochschule für Technik und Wirtschaft werden in diesem Sommer von einer Kommission des Wissenschaftsrats unter die Lupe genommen

Die Saar-Uni und die Hochschule für Technik und Wirtschaft werden in diesem Sommer von einer Kommission des Wissenschaftsrats unter die Lupe genommen

Die Saar-Uni muss bis 2020 erheblich mehr einsparen, als die in den vergangenen zwei Jahren erarbeitete Entwicklungsplanung des Uni-Präsidiums vorsieht. Die Entwicklungslinien gingen von einem im Wesentlichen konstanten Haushalt bis 2020 aus. Nun schrumpft der Gesamtetat von 2013 auf 2014 von 191 auf 184,5 Millionen und 2015 weiter auf dann 179 Millionen Euro. Bis 2020 soll er im Wesentlichen auf dieser Höhe eingefroren werden. Das sieht eine gestern von der Hochschulleitung mit der Staatskanzlei getroffene Vereinbarung vor. Das Minus ab 2015 entsteht, weil Kompensationszahlungen des Landes für die 2009 abgeschafften Studiengebühren halbiert werden. Tarifsteigerungen bis 2,5 Prozent muss die Uni künftig selbst tragen. Was darüber hinausgeht, finanziert das Land.

Der Uni-Etat wird durch diese neuen Haushaltsvorgaben mindestens doppelt so stark belastet wie in der Entwicklungsplanung ursprünglich kalkuliert, so Uni-Präsident Volker Linneweber. Diese Ziele seien nur durch massive Einschnitte in die Fächerstruktur zu erreichen. „Die zusätzlich fehlende zweistellige Millionensumme wird nur durch die Schließung von Fachrichtungen und Fakultäten einzusparen sein.“ Die Saar-Uni werde damit auch die Erwartungen des Landes nicht mehr in vollem Umfang erfüllen können. Linneweber: „Wir werden zum Beispiel nicht Lehrer für alle Schulformen des Saarlandes ausbilden, den Juristen-, Ingenieurs- und Ärztenachwuchs ausbilden und gleichzeitig die international anerkannte Spitzenforschung auf vielen Gebieten vorantreiben können.“

Die Saar-Uni und die Hochschule für Technik und Wirtschaft werden in diesem Sommer von einer Kommission des Wissenschaftsrats unter die Lupe genommen, deren Expertise ab 2014 bei der Diskussion über die wissenschaftliche Ausrichtung der Hochschulen eine wichtige Rolle spielen wird. Diesen Abschlussbericht wolle er abwarten, bis an der Uni die Weichen für die zukünftige Entwicklung gestellt werden, so der Uni-Präsident.

Immerhin verschaffe die Einigung auf einen bis 2020 reichenden Etat den Hochschulen Planungssicherheit, so Volker Linnewebers Amtskollege Wolrad Rommel von der Hochschule für Technik und Wirtschaft in der vergangenen Woche. Planungssicherheit wofür, lautet nun die Replik des Uni-Präsidenten – doch allenfalls für „einen kontrollierbaren Rückbau der Uni.“
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