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An der Saarbrücker HBK werden auch Comic-Experten ausgebildet

Wie hieß es doch vor gefühlten 5000 Jahren: Lies nicht immer diese Comics, sondern nimm dir ein gutes Buch. Vorbei! Heute ist ein Comic oder eine Graphic Novel das sprichwörtliche „gute Buch“. Wie man’s macht, das zu vermitteln, ist an der Hochschule der Bildenden Künste Saar die Aufgabe von Elizabeth Pich, Joni Marriott und Jonathan Kunz.

„Comics sind nicht nur Strips für Kinder, sondern auch gewachsene Literatur,“ erinnert Jonathan Kunz, wie seine beiden Kolleginnen an der Saar- Kunsthochschule ausgebildeter Kommunikationsdesigner. Gerade haben die drei als Lehrbeauftragte ihre über das Wintersemester laufenden Kurse zu Comic und Illustration abgeschlossen, deren Ertrag eine dazu erschienene Mappe mit Comics und Illustrationen der Kursteilnehmer sammelt.

Banal oder gar „Schundlektüre“, wie es in grauer Vorzeit hieß, sind Comics oder Graphic Novels, die Romane in Bildern, längst nicht mehr. Sie sind Instrumente, die sich für professionelles Kommunizieren, wie es an der Kunsthochschule vermittelt wird, einsetzen lassen: „Es geht im Prinzip um das Geschichten erzählen, das ist im Design immer ein Thema,“ fasst es Joni Marriott zusammen. Das verlangt nach Planung entlang der Frage, „Was macht eine gute Geschichte aus?“, so Elizabeth Pich. Welche Bilder und wie viele davon brauche ich? Auch das wurde im Kurs behandelt, Alltagstest inklusive, denn jeder Teilnehmer hatte sein kleines Comicheft zu fertigen – mancher darunter, der „überrascht war, wie lange es dauert,“ weiß Elizabeth Pich. Sie selbst weiß es längst, unter anderem von ihrem im Internet erscheinenden Comic L.I.N.S., den sie zusammen mit ihrem Partner Jonathan Kunz produziert, während Joni Marriott für Publikationen des Berliner Maxim- Gorki-Theaters oder den Internetblog „Testspiel“ illustriert.

In Echtzeit hingegen hat das Trio zeitgleich mit der Europäischen Kinder- und Jugendbuchmesse bereits viermal zum Graphic Novel-Symposion geladen. Daran war die Hoffnung geknüpft, so Jonathan Kunz. Beides „könne sich gegenseitig befruchten. War aber nicht ganz so“, so seine Bilanz. Daher macht man in diesem Jahr etwas Eigenes und lädt vom 1. bis zum 3. Mai ins „Esszimmer“ (ehemals Theater im Viertel) ins Nauwieser Viertel zu Vorträgen und Workshops ein. Nicht zuletzt, weil man mit dem Thema aus der Kinderecke heraus will, betont Jonathan Kunz. Auch heißt es jetzt „Comic“ statt „Graphic Novel“, auch um zu zeigen, dass auch das Medium Comic ernste Themen vielschichtig angehen kann. Was nicht heißt, dass das geplante Symposion ein exklusives Angebot für Eingeweihte ist, stellt Joni Marriott klar: „Es ist offen für alle. Jeder, der will, der kann dabei sein.“

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