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An der Saarbrücker Johannisbrücke scheint so ziemlich alles schiefzulaufen, was schieflaufen kann

Es war von Anfang an der Wurm drin. Die Sanierung der Johannisbrücke sollte im September 2014 beginnen – eigentlich. Abgesperrt wurde die Brücke da auch schon mal. Was Radfahrer und Fußgänger, die die Brücke als recht kurzen Weg vom Rodenhof Richtung Dudweiler Landstraße nutzen, wunderte und ärgerte. Denn es geschah erst mal nichts. Ende vergangenen Jahres hat die vom Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) beauftragte Firma dann tatsächlich damit begonnen, Teile abzureißen.

Wer nun damit gerechnet hatte, dass es zügig vorangeht, lag falsch. Die Baustelle sei „kompliziert“, teilte der Sprecher des LfS, Klaus Kosok, im Januar auf SZ-Anfrage mit. Die Brücke führt nämlich über Gleise. Und da brauche man Genehmigungen der Deutschen Bahn.

Die gab es zunächst nicht, weil ein Gerüst der Firma auf einem Wagen stehen soll, der auf den Gleisen läuft. Diesen Gerüstwagen habe die Bahn „zunächst nicht genehmigt, da keine Zulassung durch das Eisenbahnbundesamt dafür vorliegt“. Druck auf die Baufirma zu machen, kam nicht in Frage. Die Firma habe „im Rahmen der Ausschreibung angemessene Freiheiten“, sagte Kosok. Durch „den vermeintlichen Stillstand“ verlängere sich die Bauzeit aber nicht, versichert er. Und überhaupt: Eigentlich sei es ja gar kein Stillstand, denn: „In Wirklichkeit finden ja mit Nachdruck Planungs- und Genehmigungsarbeiten statt“.

Der Nachdruck hielt sich offenbar in Grenzen. Denn die Brücke ist für Fußgänger und Radfahrer immer noch gesperrt. Gestern teilte Kosok auf Anfrage der Saarbrücker Zeitung mit, dass es „leider zu Verzögerungen im Bauablauf gekommen“ sei. Es habe „unerwartete Probleme bei der wandernden Einrüstung und Einhausung des jeweiligen Baufeldes“ gegeben. Gerüste und Abschirmung seien „keine Standardprodukte, sondern vor Ort als Unikate für diese Baustelle aufgebaut worden“.

Aus Gründen der Arbeitsstättensicherheit und des Umweltschutzes sei daher das Landesamt für Umwelt und Arbeitsschutz „eingebunden“ worden. Das habe der Firma „Auflagen“ erteilt. So musste die Statik der Gerüste geprüft werden. Auch zum „Umgang mit bleihaltigem“ Material und dessen Entsorgung hatte das Amt einiges zu sagen. „Die Umsetzung dieser Auflagen hat Zeit gekostet“, sagt Kosok.

Und er räumt ein: „Auch der Bauablauf gestaltete sich schwieriger als angenommen.“ Die Statik machte Probleme. Und während der Arbeiten habe sich erst gezeigt, „in welch desolatem Zustand die Konstruktion wirklich war“. „Standsicherheitsrelevante Brückenteile mussten zunächst nach Rücksprache mit dem Statiker separat angefertigt und ausgetauscht werden“, erklärt Kosok.

Das alles habe dazu geführt, dass der Zeitplan durcheinandergeraten ist. Was Auswirkungen auf die Abfolge der Sanierungsarbeiten hatte. So haben sich zum Beispiel die Korrosionsschutzarbeiten verzögert. Weil die Bahn Arbeiten nur für einen bestimmten Zeitraum genehmigt hatte, mussten neue Anträge gestellt werden. „Das Genehmigungsverfahren ist sehr zeitaufwendig“, sagt Klaus Kosok.

„Zur Beschleunigung der Maßnahme“ habe die beauftragte Firma sogar spezielle Baugerüste angefertigt. Und „entgegen der vorherigen Planung, Korrosionsschutzarbeiten nur bei günstiger Witterung auszuführen, kann nun auch in der Winterzeit im Schichtbetrieb gearbeitet werden“, sagt der LfS-Sprecher – und kündigt an: „Wir wollen die Maßnahme Mitte 2016 zum Abschluss bringen.“Die Fußgängerbrücke unter der Johannisbrücke ist seit über einem Jahr gesperrt. Foto: Becker&Bredel
 
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