A8 Luxemburg - Saarlouis AS Perl in beiden Richtungen Anschlussstelle gesperrt, Baustelle bis 20.11.2017 06:00 Uhr (09.10.2017, 05:53)

A8

Priorität: Sehr dringend

5°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
5°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Anforderungen noch nie so hoch: Saar-Arbeitnehmer im Stress

Die Kompetenz vieler Führungskräfte ist unterentwickelt. Außerdem setzen zu wenige Unternehmen und Einrichtungen des öffentlichen Dienstes auf genügend Ausund Weiterbildung, um sich die Fachkräfte der Zukunft zu sichern. Das geht aus dem jüngsten Betriebsbarometer der Arbeitskammer (AK) des Saarlandes hervor. Er wird seit 2005 alle zwei Jahre erstellt. An der Befragung haben sich 227 Betriebsräte, Personalräte und Mitarbeitervertretungen beteiligt. Sie repräsentieren insgesamt über 95 000 Beschäftigte. Das Institut Best, das die Studie betreut, verschickte insgesamt 904 Fragenbogen. Best (Beratungsstelle für sozialverträgliche Technologiegestaltung) ist eine Gemeinschaftseinrichtung der AK und des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Saar.

Kritik üben die Betriebs- und Personalräte auch an den Arbeitsverhältnissen selbst. Atypische Beschäftigungsformen wie Leiharbeit, befristete Anstellungen, Werkverträge und Minijobs hätten weiterhin einen hohen Verbreitungsgrad. Mehr als die Hälfte der Unternehmen hätten inzwischen Menschen auf Basis von 450- Euro-Jobs beschäftigt. „Mit ,billig‘ allein werden die Betriebe und Dienststellen nicht zukunftsfähig gemacht“, sagt der AK-Vorstandsvorsitzende Hans Peter Kurtz. Über Zeit- und Leistungsdruck ihrer Kollegen klagen über zwei Drittel der befragten Arbeitnehmer- Vertreter.

Mehr als die Hälfte bemängelt außerdem eine hohe und sehr hohe Belastung durch Kollegen und Vorgesetzte. Seit 2005 hätten noch nie so viele „einen derart hohen Leistungsdruck beklagt wie in diesem Jahr“, heißt es in dem AK-Betriebsbarometer.

Kritik üben die Personalvertreter auch an der Führungskompetenz vieler Vorgesetzter. In mehr als jedem dritten Betrieb oder jeder dritten Dienststelle wird den Chefs hierbei ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Häufig werde nur noch von oben nach unten entschieden. Die innerbetriebliche Informations- und Kommunikationspolitik sei intransparent.

Auch die Fortbildung der Beschäftigten liegt dem Betriebsbarometer zufolge in vielen Firmen und Dienststellen im Argen. Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer-Vertreter sagen, dass berufliche Weiterbildung kaum oder keine Bedeutung hat. Vor allem eine systematische Qualifizierung und Personalentwicklung „haben einen sehr geringen Stellenwert“.

„Eine Karriereplanung ist kaum möglich“, beklagt Kurtz. Kritik an der Arbeitskammer- Studie übt die Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände (VSU). „Die Arbeitskammer täte gut daran, ihr Urteil auf der Grundlage aller Fakten zu fällen. Zu einem ganzheitlichen Bild gehört auch die Sicht der Unternehmensführung, die gar nicht mehr abgefragt wird“, klagt VSU-Geschäftsführer Martin Schlechter.

www. arbeitskammer.de/

ak-betriebsbarometer2013

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein