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Angeklagter bestreitet in Trier Mord-Vorwürfe

Vermisst. Walter Klein.

Vermisst. Walter Klein.

Trier. Es ist ein spannender Prozess: Ein 55-Jähriger steht seit gestern wegen Mordes und versuchter Anstiftung zum Mord vor dem Landgericht Trier, obwohl es keinen Toten gibt. Die Staatsanwaltschaft ist dennoch überzeugt davon, dass der gebürtige Bonner vor gut drei Jahren seinen Nachbarn Walter Klein in Oberlascheid im Eifelkreis Bitburg-Prüm aus Hass und Habgier getötet hat. Der Angeklagte weist alle Vorwürfe von sich. Die ganze Geschichte sei „eine reine Erfindung“, beteuerte er. Er habe weder den Rentner getötet noch habe er einen Mordauftrag an Dritte vergeben: „Das ist eine böswillige Unterstellung.“

Klar wurde, dass der Angeklagte für den 69-Jährigen, der in seinem Haus ein lebenslanges Wohnrecht genoss, Hass empfand. „Er hat versucht, mich so zu terrorisieren, dass ich das Haus wieder aufgebe“, sagte der 55-Jährige. Der Rentner sei etwa mit seinem Auto in die Hecke gefahren, habe ein Abflussrohr abmontiert oder Wasser in die Stiefel gekippt. Der seit September 2007 spurlos verschwundene Walter Klein habe es wohl nicht ertragen können, dass ihm sein Elternhaus nicht mehr gehörte.



Versuchte Anstiftung zum Mord?

Bei einem solchen Nachbarschaftstreit hatte der 55-Jährige bereits 1988 auf seinen Nachbarn geschossen und war zu drei Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Nachdem er zweieinhalb Jahre abgesessen hatte, entzog er sich dem Rest der Strafe durch Flucht ins Ausland. Als er zu seinem Anwesen zurückkehrte, sei das Verhältnis zu Klein ein paar Jahre „sehr gut gewesen“. „Er hat uns sogar regelmäßig besucht“, berichtete der 55-Jährige. Dass er damals im Sommer 2001 einem eingemieteten Paar einen Mordauftrag erteilt haben soll, sei „eine voll erfundene Geschichte“, sagte der Angeklagte. Für die angeblichen 10 000 Euro, die er für die Tötung von Klein angekündigt habe, hätte er diesem sogar sein Wohnrecht abkaufen können. Einen Auftrag zum Mord habe es nie gegeben. Er vermute, dass sich die Ex-Mieterin - ihr Freund ist inzwischen tot - habe rächen wollen, weil er dem Paar damals früher als vereinbart gekündigt habe. Und er es unter anderem wegen Sachbeschädigung angezeigt habe, ergänzte der Angeklagte.

Als sein Nachbar im September des Jahres 2007 spurlos verschwand, habe er „das nur so zu Kenntnis genommen“. Inzwischen war das Verhältnis zwischen den beiden auch wieder schlecht geworden. „Er hat wieder seinen alte Methode aufgegriffen, um zu terrorisieren.“ Mit dem Verschwinden Kleins habe er nichts zu tun. Und im luxemburgischen Clerveaux, wo das Auto des Langzeitvermissten dann später gefunden wurde, sei er auch nie gewesen.

Staatsanwalt Eric Samel war nach dem ersten Verhandlungstag wenig überzeugt: „Ich habe genug Märchen gehört“, sagte er. Der Prozess wird am heutigen Mittwoch am Trierer Landgericht fortgesetzt.
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