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Angriffe auf Beamte im Landkreis St. Wendel legen um 200 Prozent zu

Polizisten müssen sich zunehmend mit aggressiven Zeitgenossen herumschlagen – wie auf diesem Symbolbild, das eine gewaltbereite Auseinandersetzung zwischen aufgebrachter Menschenmenge und Ermittlern dokumentiert.

Polizisten müssen sich zunehmend mit aggressiven Zeitgenossen herumschlagen – wie auf diesem Symbolbild, das eine gewaltbereite Auseinandersetzung zwischen aufgebrachter Menschenmenge und Ermittlern dokumentiert.

Wenn Beamte einschreiten müssen, seien es Gerichtsvollzieher oder Polizisten, müssen sie immer häufiger damit rechnen, Ziel von Angriffen zu werden. Auch im ansonsten eher betulichen Landkreis St. Wendel . Das ergibt sich aus der Kriminalitätsstatistik, die soeben Martin Walter vorlegte. Demnach kam es 2015 zu 101 Fällen von „Widerstandshandlungen zum Nachteil von Vollstreckungsbeamten“, wie es der St. Wendeler Polizeichef tituliert. Das sind 35 mehr als ein Jahr zuvor, ein Plus von 53 Prozent. Dazu zählen neben körperlichen Attacken unter anderem Notrufmissbrauch, Strafvereitelung und vorgetäuschte Straftaten.

 

Gravierender verhält es sich, wenn die Attacken gegen Polizisten separat betrachtet werden: Von acht Angriffen 2014 sprang die Zahl auf 24 im Folgejahr – eine 200-prozentige Steigerung. Walter: „Diese Entwicklung erfüllt uns mit großer Sorge.“ Deswegen befürworte er die Initiative von Saar-Innenminister Klaus Bouillon ( CDU ), die Kollegen zu ihrem Schutz mit Körperkameras, so genannten Body-Cams, auszustatten. Sie werden von den Beamten sichtbar an der Uniform getragen und zeichnen während eines Einsatzes das Geschehen auf. Während diese Cams beispielsweise in Großbritannien bereits Usus sind, wird über deren Nutzung in Deutschland aus Datenschutzgründen heftig debattiert.

 

Keinen Grund zur Diskussion liefern die Zahlen der Straftaten allgemein. Denn die Polizei verzeichnete im St. Wendeler Land einen Rückgang. 3292 Delikte zählten die Ermittler im jüngsten Berichtszeitraum 2015, 341 weniger als 2014 (minus 4,2 Prozent). Bei Mord- und Totschlag wurde kein Fall bekannt. Bei Raub und Körperverletzung sowie Bedrohung, Nötigung und Belästigung (Stalking) – diese Taten fasst die Polizei unter Rohheitsdelikte zusammen – registrierte Walter einen „spürbaren Rückgang“ von 520 Fälle 2014 auf 445 im vergangenen Jahr. Das entspreche 2,9 Prozent. Recht zufrieden zeigt er sich bei der Aufklärungsquote, die bei „vergleichsweise hohen 88,1 Prozent“ liege.

 

Mehr Kontrollen

Noch besser sehe es bei Drogenkriminalität aus. Von „ordentlichen 96,5 Prozent“ Aufklärungsquote spricht hier der Polizeirat. Allerdings: Insbesondere was den Rauschgiftkonsum anbelangt, nahmen die Fallzahlen 2015 um 21 auf 115 zu. Das habe aber in erster Linie mit verstärkten Polizeieinsätzen zu tun. So fielen jene Täter hauptsächlich bei Verkehrs- und Brennpunktüberwachungen auf. Walter schlussfolgert daraus: „Je mehr kontrolliert wird, desto mehr fällt auf.“ Die Gefahr, Opfer einer Straftat zu werden, ist in Marpingen nicht nur im Landkreis St. Wendel , sondern auch saarlandweit am geringsten. Das ergibt sich aus Angaben der Kriminalitätsstatistik, die die saarländische Polizei alljährlich veröffentlicht. Damit schob sich die Gemeinde im Berichtszeitraum 2015 vor Oberthal. Die Nachbarkommune hatte ein Jahr zuvor die Spitzenposition inne. An dritter Stelle im Kreisvergleich folgte 2015 Namborn (2014: 4). Die weiteren Plätze: 4. Tholey (zuvor 3), 5. Nonnweiler (6), 6. Freisen (5), 7. Nohfelden, 8. St. Wendel (beide gleichbleibend).

 

Alle Kommunen liegen in der Landesrangliste auf Plätzen, die sie als sichere Gebiete ausweisen. Einen enormen Sprung bei Straftaten hat Lebach zu verzeichnen. Die Stadt legte binnen Jahresfrist um mehr als 238 Prozent zu und löste die Landeshauptstadt Saarbrücken als gefährlichsten Ort ab.  
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