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Anhörungsfrist für Melcher läuft ab

Ralph Melcher

Ralph Melcher

Saarbrücken. Kommt er oder kommt er nicht? Heute Vormittag um elf Uhr läuft die Anhörungs-Frist ab für den am Freitag fristlos gekündigten Vorstand der Stiftung Kulturbesitz Ralph Melcher. Er persönlich oder seine Anwälte können sich heute zum Korruptions-Vorwurf äußern, der Anlass geben könnte zu einer weiteren Kündigung, einer so genannten Verdachts-Kündigung. Ob eine solche nachgeschoben wird, darüber entscheidet das Kuratorium am Abend, unter Einbeziehung von Melchers Stellungnahme – so sie denn vorliegt. Die Möglichkeit dazu war Melcher eingeräumt worden, obwohl er eine erste Frist hatte verstreichen lassen. Aus Fairness-Gründen? Oder um sich abzusichern, keine juristische Bauchlandung zu erleiden? Dem Vernehmen nach herrschten bei der Sondersitzung am Freitag im Kuratorium Zweifel, ob die Verdachtskündigung „wasserdicht“ ist. Sie beruht auf einer zweiten Anklage der Staatsanwaltschaft. Melcher wird Korruption vorgeworfen: Er soll 8225 Euro Schmiergeld von Projektsteuerer Gerd Marx kassiert haben – angeblich ein Beraterhonorar für ein Münchner Museumsprojekt. Allerdings für Sitzungs-Termine in Nobel-Restaurants auf Steuerzahlerkosten, bei denen laut Spesenvermerken über den Saarbrücker Museums-Neubau gesprochen wurde – wofür Marx zusätzlich Geld bekam.



Am Freitag soll jedoch ein Kuratoriumsmitglied ein dickleibiges Exposé von Melcher mitgebracht haben – angeblich Nachweis seiner Arbeit für Marx. Dies hat nach SZ-Recherchen zu Verunsicherung über die Erfolgsaussichten der Verdachtsklage geführt.  Wie auch zu jenem Abstimmungsergebnis – neun zu zwei Enthaltungen –, das Spekulationen nährte, es gebe im Gremium außer dem bekennenden Melcher-Freund Edwin Kohl (kohl- pharma), der die Sitzung vor der Abstimmung verließ, weitere Fürsprecher. Öffentlich äußert sich niemand. Nur Kuratoriumsmitglied Walter Koch sagte: „Ich unterstelle Melcher keinerlei kriminelle Energie. Er hatte keinen Betrugsvorsatz, ist in die Sache reingerutscht. Er wollte sich der Hilfe von Marx versichern und war darauf angewiesen.“
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