L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Anklage: Hat saarländischer Uniprofessor Ärzte bestochen?

Hat er in mehreren Fällen Ärzte bestochen, um seine medizinisch-technischen Geräte an den Mann zu bringen? Der Geschäftsführer eines saarländischen Unternehmens steht deshalb vor Gericht. Heute fällt womöglich das Urteil.

Von SZ-Redakteur Dietmar Klostermann

Saarbrücken.
Gegen den Geschäftsführer eines angesehenden ostsaarländischen Unternehmens für Medizintechnik-Produkte hat die Staatsanwaltschaft weitere Ermittlungsverfahren wegen Bestechung eingeleitet, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft Saarbrücken, Bernd Meiners, der SZ jetzt mitteilte. Bei Durchsuchungen wurden demnach Belege dafür gefunden, die Anhaltspunkte enthielten, dass in weiteren Fällen ähnlich verfahren worden sein könnte.  Der Geschäftsführer steht derzeit wegen Bestechung eines Arztehepaares aus Jena vor dem Saarbrücker Landgericht.

Der Thüringer Arzt ist Professor an einer Universitätsklinik, seine Frau Privatdozentin am selben Klinikum. Über Jahre hinweg sollen beide erheblichen Profit aus der Zusammenarbeit mit dem Saarländer gezogen haben. Aus dem Ostsaarland wurden Endoprothesen, künstliche Gelenke für Hüften und Kniee geliefert. Die Ärztin bekam dafür über Jahre hinweg monatlich knapp 5000 Euro, später noch etwa 3500 Euro. Darüber hinaus soll ihr Gatte über ein zwischengeschaltetes Marketingunternehmen in Basel 600.000 Euro erhalten haben. Zusätzlich sei dem Ärztepaar eine zweiwöchige Reise nach Brasilien vom dem saarländischen Unternehmen finanziert worden.  Des weiteren wurden den beiden bei Arztkongressen auch touristische Leckerbissen wie Segelregatten, Schnuppergolfen und Tennis geboten.

Heute sollen die Plädoyers in diesem Prozess gehalten und eventuell das Urteil gefällt werden. Ob der Geschäftsführer erneut vor Gericht muss, ist noch offen. Denn, wie Staatsanwalt Meiners sagte, hätten die weiteren Anhaltspunkte eine andere „Qualität“ als das laufende Verfahren. Die betroffenen Ärzte hätten wohl für Geldzuwendungen Leistungen erbracht. Ob diese Verfahren mit einem Tatnachweis abgeschlossen würden, sei fraglich, so Meiners.

Ob auch Ärzte aus dem Saarland illegale Geldzuwendungen von dem Geschäftsführer erhalten haben, ist ebenso offen.  In saarländischen Kliniken werden pro Jahr etwa 3000 Hüftprothesen eingebaut, darunter auch Produkte des Herstellers aus dem Ostsaarland, die in mancher Klinik einen hervorragenden Ruf genießen. Einer der saarländischen Ärzte hat Produkte des Medizintechnikunternehmens mitentwickelt und setzt diese auch in seiner Klinik ein. Gegen diesen bestünden jedoch keine ausreichenden Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Straftat, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

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