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Anlagebetrug: 62-Jähriger vor Gericht

 Laut Anklageschrift brachte der Beschuldigte in 69 Fällen überwiegend aus Belgien und Frankreich stammende Anleger durch den Verkauf von wertlosen Aktien eines Immobilienfonds mit Sitz auf den Cayman Islands um rund 37 Millionen Euro. Dabei bediente bediente er sich eines von ihm extra für diesen Zweck geschaffenen Firmengeflechts formal unabhängiger Unternehmen, die tatsächlich aber von ihm persönlich geleitet wurden.

Ab Gründung des Immobilienfonds im Jahre 2003 war der Verkauf dieser Anteile das Hauptgeschäft des Beschuldigten. Als angeblicher Gegenwert dienten Immobilien in Ostdeutschland, die überwiegend im Rahmen von Zwangsversteigerungen durch ein weiteres Unternehmen - eine 100 %ige Tochter einer Firma mit Sitz in Luxemburg, wo alle Fäden der Unternehmungen zusammenliefen - erworben worden waren. Die Immobilien waren mit völlig überhöhten Grundschulden zugunsten der Luxemburger Firma belastet, um sie werthaltig erscheinen zu lassen. Die Angaben über die Rentabilität der Immobilien gegenüber den Anlegern entsprachen nicht den Tatsachen. Zwischen den Gesellschaften, die Eigentümer der Grundstücke waren, und dem Immobilienfond bestanden keine rechtlichen Beziehungen. In 7 Fällen soll der Angeschuldigte Schuldverschreibungen eines Unternehmens, das keinerlei geschäftliche Tätigkeit entfaltete und kein eigenes Vermögen besaß, mit der Angabe, durch die Verwaltung von Immobilien in Ostdeutschland sei eine Rendite von 7,65% zu erwirtschaften, an Investoren für insgesamt 2,75 Millionen Euro veräußert haben.

Von den eingenommenen Geldern sind nach Feststellung der Strafverfolgungsbehörden lediglich rund 1,2 Millionen Euro an die Anleger zurückgeflossen. Diese Zahlungen wurden aus den laufenden Anlagegeldern und nicht etwa aus Erlösen der Immobilien geleistet. Der Verbleib von weiteren rund 20 Millionen Euro konnte nachvollzogen werden. Insgesamt wurden rund 6 Millionen Euro tatsächlich in den Erwerb von Grundstücken investiert. Der Großteil des restlichen Geldes dürfte in den luxuriösen Lebensstil des Angeschuldigten geflossen sein. Anlässlich von Durchsuchungsmaßnahmen im August 2008 wurden im Anwesen des Angeschuldigten neben umfangreichen Geschäftsunterlagen mehrere Luxusautos, Antiquitäten, Kunstwerke sowie 40.000 Flaschen Bordeaux-Wein sichergestellt. Diese stammen von einem Weingut in Frankreich, dessen Eigentümer der Angeschuldigte war.

Der 62-Jährige, der seit dem Jahre 2003 einen Adelstitel trug, war nach Vorverurteilungen durch deutsche und ein englisches Gericht in den 80er Jahren und aufgrund einer Verurteilung des Landgerichts Trier aus dem Jahre 1998 bis 2000 in der JVA Trier inhaftiert. Er hat zugegeben, dass es zwischen den beteiligten Firmen keinen Zusammenhang gab und dass der Immobilienfond vermögenslos gewesen sei. Für einen angeblichen Börsengang des Unternehmens ließen sich keine Aktivitäten nachvollziehen. Auch ein angeblicher Treuhandvertrag zwischen dem Unternehmen, das für den Vertrieb der Anteile zuständig zeichnete, und der Luxemburger Firma, welche die Erlöse vereinnahmte, konnte nicht gefunden werden. Die Staatsanwaltschaft geht daher davon aus, dass es niemals beabsichtigt war, den Anlegern einen Gegenwert zur Verfügung zu stellen. Der Anklagte befindet sich seit August 2008 in Untersuchungshaft.
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