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Anstiftung zum Betrug: Fünf Jahre Haft für Drogenhändler

Saarbrücken/Neunkirchen. Um einen Fall großer Vertrauensseligkeit ging es gestern vor dem Landgericht. Der 28-jährige Angeklagte, Flüchtling aus dem Irak, wollte ein großes Auto, hielt sich selbst aber nicht für kreditwürdig. Deshalb ließ er eine Frau aus seinem Bekanntenkreis bei einem Neunkircher Autohändler für ihn auftreten. Für 60 000 Euro erwarb sie einen BMW als Jahreswagen. Eine Bank finanzierte das Geschäft. Beide sollen gewusst haben, dass sie die monatlichen Raten von mehr als 700 Euro nicht aufbringen können. Die Frau hat falsche Angaben über ihre Einkünfte gemacht. 

Der Angeklagte war in Drogengeschäften tätig und stellte der Schuldnerin das Geld für die Raten zur Verfügung. Im Oktober 2009 war es mit den Drogengeschäften vorbei: Die Polizei hat den Mann in Maybach festgenommen. Er wurde zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und fünf Monaten verurteilt. Die Raten für den Wagen blieben aus, und die Bank wandte sich an die Frau. Sie hätte den Wagen sehr gerne zurückgegeben. Aber er ist bis heute verschwunden. Sie soll versucht haben, bei der Bank eine Reduzierung der Raten zu erreichen. Bekannte rieten ihr, sie solle zur Polizei gehen, was sie auch tat. Ein Strafverfahren gegen sie ist inzwischen eingestellt.

Der Angeklagte hätte gestern vor Gericht ebenfalls eine Chance auf Einstellung des Verfahrens gehabt, wenn er gesagt hätte, wo sich das Auto befindet. Aber das konnte oder wollte er nicht. Vom Bankkredit sind noch 37 000 Euro abzuzahlen. Schließlich entschloss sich der Angeklagte zu einem Geständnis.

Staatsanwaltschaft und Verteidigung plädierten auf eine Freiheitsstrafe von eineinhalb Jahren. Dem folgten die Richter der Großen Strafkammer. Im Wege der Gesamtstrafenbildung, bei der mehrere Strafen zusammengefasst werden, wurde die Haftdauer auf fünf Jahre festgesetzt. Der Angeklagte hat die Möglichkeit, vor dem Bundesgerichtshof in Revision zu gehen. jht

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