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Anwohner zieht mit Traktor Autos von Merziger Autobahn

Von SZ-Redakteur Christian Beckinger und SZ-Mitarbeiterin Sylvie Rauch

Merzig-Wadern. Der Winter kam zurück – und er kam mit voller Wucht: Überfrierende Nässe und massiver Schneefall sorgten in der Nacht auf Donnerstag im Kreis Merzig-Wadern für erhebliche Probleme im Straßenverkehr. Mehrere Strecken mussten für längere Zeit gesperrt werden, der Verkehr kam stellenweise zum Erliegen.

So ging rund um den Pellinger Tunnel auf der A 8 ab etwa 21 Uhr nichts mehr. Schließlich musste die Schnelleinsatzgruppe des DRK Merzig gegen halb eins ausrücken, um fest steckende Autofahrer auf der Steigungsstrecke zwischen Schengen und Perl- Borg mit Decken und Heißgetränken zu versorgen. Dort konnten etliche Pkw nicht mehr weiterfahren, weil rund 50 Lastwagen auf der glatten Fahrbahn liegen geblieben waren.

Glücklicherweise kamen die Räum- und Streufahrzeuge der Straßenmeisterei durch. Sie konnten nach und nach die Autobahn wieder in einen befahrbaren Zustand bringen. Eine zeitweise Sperrung des Streckenabschnitts war aber dennoch notwendig: „Wir haben die Strecke über einen gewissen Zeitraum gesperrt, damit die Fahrzeuge entgegen der Fahrtrichtung wieder von der Autobahn runtergeleitet werden konnten“, erklärt Polizeihauptkommissar Volker Klein von der Polizei Merzig. Ab halb vier in der Nacht war die Situation so weit entspannt, dass nur noch wenige Fahrzeuge auf Grund der Witterung stehen bleiben mussten. Bei ihrem Einsatz kam den Einsatzkräften ein ungewöhnliches „Bergungsfahzeug“ spontan zur Hilfe.

„Uns hat ein Bürger aus der Nähe mit seinem allradbetriebenen Traktor dabei unterstützt, etliche fest steckende Fahrzeuge zu befreien“, berichtete ein Kollge von Volker Klein, der letzte Nacht vor Ort im Einsatz war.

Nacht im Büro verbracht

Eine lange Nacht wurde es vor allem für zahlreiche Pendler aus unserer Region, die in Luxemburg arbeiten. Viele steckten etwa in den Expressbussen fest, die zwischen dem Saarland und dem Großherzogtum hin und her pendeln. Manch einer entschied sich gar angesichts des herrschenden Verkehrschaos dazu, die Nacht im Büro zu verbringen, wie etwa Matthias Probst, ein Grenzpendler aus Honzrath: „Ich konnte mich mit Mühe und Not wieder von der Autobahn runter schaffen und bin zurück zur Arbeit gefahren“, erzählte er der SZ.

Insgesamt verlief die Nacht im Kreis aber ruhig. „Es gab nach unserem aktuellen Kenntnisstand nur zwei, drei kleinere Unfälle. Aber weder dabei noch bei dem Stau auf der Autobahn kam es zu Personenoder Blechschäden“, betont Volker Klein.

Die Fahrzeuge seien lediglich durch die schlechten Witterungsverhältnisse stecken geblieben. Die Räum- und Streufahrzeuge der Straßen- und Autobahnmeisterei waren die gesamte Nacht überall im Einsatz, um die Straßen befahrbar zu machen. Auch im Hochwaldraum gab es zwar Straßensperrungen wegen liegengebliebener Fahrzeuge, aber nach Auskunft der Polizei-Inspektion Wadern ereignete sich nur ein glättebedingter Unfall, der mit geringem Sachschaden endete.

Allerdings war die L 329 zwischen Löstertal und Kastel (der so genannte Kasteler Berg) ab etwa 23.30 Uhr bis Donnerstagmittag, zwölf Uhr, wegen liegengebliebener Fahrzeuge gesperrt. Ebenso war die L 171, die von Weiskirchen entlang des Wildparks nach Rheinland- Pfalz führt, gesperrt.

Stromausfall und schneefrei

Nicht nur der Verkehr wurde durch den Wintereinbruch beeinträchtigt: In Oppen, Reimsbach und Rissenthal fiel am Mittwochabend zwischen 22 Uhr und 23.30 Uhr der Strom komplett aus. Grund hierfür war nach Auskunft der Energis ein Baum, der auf eine Leitung gestürzt war.

Für manche Schüler kam die weiße Pracht allerdings wie gerufen. So durften sich beispielsweise die Schüler des Schengen- Lyzeums in Perl über einen freien Tag freuen. Denn auf Grund der schlechten Straßenverhältnisse blieb die Schule gestern geschlossen.

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