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Apotheker befürchten große Verluste

Saarbrücken. Die Apotheken sehen sich als die einzigen Leidtragenden der neuen Arzneimittel-Marktordnung, die zum 1. Januar in Kraft tritt. „Unsere Erträge werden massiv schrumpfen, während bei den Krankenhäusern und Ärzten weitere Zuwächse vorgesehen sind“, klagen Manfred Saar, Präsident der Apothekerkammer des Saarlandes, und Michael Pohl, stellvertretender Vorsitzender des Saarländischen Apothekervereins (SAV).

Sie rechnen allein für das kommende Jahr mit bundesweit mindestens 200 Millionen Euro Mindereinnahmen für die Apotheken aufgrund des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes (Amnog). Denn der Zwangsrabatt, den die Apotheken an die Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) zahlen müssen, soll von 1,75 Euro auf 2,05 Euro pro Arzneimittel-Packung angehoben werden. Derzeit erhalten die Apotheken von jedem Medikament, das ein Arzt verschreibt, einen Festbetrag von 8,10 Euro. Abgezogen wird hiervon nach Angaben von Saar und Pohl der GKV-Zwangsrabatt von 1,75 (ab 1. Januar 2,05) Euro. „Dieser zusätzliche Abschlag schmälert unsere Existenzgrundlage spürbar.“

Zudem befürchten die beiden Vertreter der Saar-Apotheker ab 2012 weitere zusätzliche Lasten. Dann sollen die Zuschläge für den pharmazeutischen Großhandel von sechs auf 3,15 Prozent gekürzt werden. „Die Großhändler haben bereits erklärt, dass sie diese Belastung vollständig an die Apotheken weitergeben werden“, sagt Kammerpräsident Saar.  „Das würde uns weitere 200 Millionen Euro an Ertrag kosten.“

„Für viele Apotheken auf dem Land wäre dies das Ende“, sagt Pohl. Denn dort sei man zu 80 Prozent auf den Verkauf der Arzneimittel angewiesen, die von den Ärzten verschrieben werden. Bei einem Apothekensterben würden nicht nur Arbeitsplätze verloren gehen. Auch die Versorgung der Bevölkerung mit Medikamenten werde leiden, da ein wohnortnaher Notfall-Dienst nicht mehr sichergestellt werden könne. Auf dem Land sei der Apotheker auch nicht allein für den Arzneimittel-Verkauf zuständig. „Unser Rat ist bei vielen Fragen rund um die Gesundheit gefragt“, sagt Pohl. Im Saarland gibt es rund 330 Apotheken mit etwa 3000 Mitarbeitern. low




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