A6 Metz/Saarbrücken - Kaiserslautern Zwischen AS Saarbrücken-Fechingen und AS Sankt Ingbert-West in beiden Richtungen Vollsperrung . Die Polizei bittet den Bereich weiträumig zu umfahren. (00:56)

A6

Priorität: Sehr dringend

12°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
12°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Aquakultur an der HTW Saarbrücken

Saarbrücken. Meerwasserfischzucht im Binnenland? Was sich zunächst ungewöhnlich anhören mag, wird im Saarland zur Realität. Bereits in zwei Jahren sollen die ersten Störe, Doraden und Wolfsbarsche aus dem „saarländischen Meer“ frisch auf den Tisch kommen. Im Mai haben die Stadtwerke Völklingen mit dem Bau der Kreislaufanlage für Seefische begonnen, vor Kurzem wurde das Richtfest für die Fischzuchtanlage und die Aquakultur-Forschungshalle gefeiert. Gefördert wird die Einrichtung für den Zeitraum von drei Jahren vom Saarland und von der GAV (Gewerbe-Ansiedlungsgesellschaft Völklingen), einer Tochtergesellschaft der Völklinger Stadtwerke.

Das besondere an diesem Projekt ist, dass die Errichtung der Anlage mit einem wissenschaftlichen Fundament untermauert wird. So wurde an der Saarbrücker Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) die Stiftungsprofessur „Aquakultur“ unter Professor Uwe Waller eingerichtet. Seine Berufung an die HTW sieht Waller, der für diese neue Aufgabe eigens von Kiel nach Saarbrücken gezogen ist, als einen der Höhepunkte seiner wissenschaftlichen Karriere: „Das Saarland ist im Bereich Biotechnologien voll im Trend“.
Tauchen und angeln

Der 53-jährige gebürtige Berliner, der leidenschaftlicher Taucher und Angler ist, war viele Jahre Leiter des Aquariums am Leibniz-Institut für Meereswissenschaften in Kiel, nachdem er zunächst Physik und dann Biologie mit dem Schwerpunkt Fischbiologie studiert hatte. Er erinnert sich, dass damals noch Speisefische gefangen wurden, die rund 1,70 m maßen, heute hingegen seien die Fische nicht einmal halb so groß. Deshalb und wegen der zunehmenden Verschmutzung von Küstengewässern gewinne die Aquakultur, die kontrollierte Aufzucht von im Wasser lebenden Organismen, im Binnenland zunehmend an Bedeutung.

Wirtschaftlicher Hintergrund der Meeresfischzucht ist zum einen die weltweit steigende Nachfrage nach Fischen und Krustentieren. Zum anderen können aufgrund der allgemeinen Überfischung der Meere die geforderten Mengen nicht mehr geliefert werden. In den letzten Jahren machten Aquakulturen allerdings durch den Einsatz von Antibiotika vermehrt negative Schlagzeilen. So sollten Krankheiten bei den Fischen vermieden werden, jedoch sind die Risiken für Mensch und Umwelt dadurch unkalkulierbar geworden. Bei der kreislaufgeführten Fischaufzuchtanlage in Völklingen wird es dagegen solche Risiken gar nicht erst geben, versichert Professor Waller. Ähnlich wie in einer Autowaschanlage das Wasser, das für die Reinigung eines Fahrzeugs benötigt wird, aufbereitet und wiederverwendet wird, funktionieren auch die Kreislaufprozesse in der Aquakultur. Dabei werden das biologische Wissen der Aquakultur und die moderne Verfahrenstechnik der Ingenieurswissenschaften zusammengeführt.
Aquakultur an der HTW

An der HTW will Waller deshalb die Lehre im Bereich der der Aquakultur weiterentwickeln, um so hochqualifizierte Ingenieure in dieser Zukunftstechnologie auszubilden. Erste Module zum Thema Aquakultur werden im Wintersemester an der HTW angeboten. Professor Waller wünscht sich, dass bei der Aquakultur, als einen wichtigen Wirtschaftszweig, eine gewisse Kontinuität in die Ausbildung kommt, denn: „Im Nachwuchs steckt unheimlich viel Potenzial und Engagement.“  Anke Bauer
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein